Autofahrer müssen weiter Parkscheibe drehen

Parkgebühren: Noch keine Parkautomaten in Homberg in Sicht

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Das wird viele Autofahrer freuen: Die Einführung der Parkgebühren lässt in Homberg auf sich warten. Die Stadt hatte allerdings mit den Einnahmen aus der Parkgebühr im Haushalt 2015 gerechnet.

Homberg. Die Rede ist schon länger davon und es gab bereits eine Protestaktion dagegen: Parkgebühren.

Doch ist in Homberg weit und breit noch kein Parkautomat in Sicht. Auch in den nächsten Wochen werden Autofahrer von der Gebühr verschont. Stattdessen müssen sie, wenn sie im Stadtgebiet parken wollen, weiterhin am Rad drehen und ihre Parkscheibe einstellen.

Was die Autofahrer freut, setzt die Stadt unter Druck. Denn die klamme Stadt braucht das Geld, um die Ziele des kommunalen Schutzschirmes zu erfüllen. 80.000 Euro sollten durch Parkgebühren in die Stadtkasse gelangen. Diese Summe ist auch im Haushalt 2015 veranschlagt. Doch ist die Einnahme in dieser Höhe zumindest in diesem Jahr nicht mehr realistisch.

Unter Druck 

„Uns ist bewusst, dass wir unter Druck stehen“, sagt Hombergs Bürgermeister Dr. Nico Ritz. Man wolle mit dem Thema aber nicht halbherzig umgehen und müsse umsichtig und sorgfältig planen, erklärt er. Daher habe man nach der Entscheidung der Stadtverordneten für die Einführung der Parkgebühren verschiedene Aufsteller von Parkautomaten eingeladen. Man sei zum Beispiel gemeinsam mit ihnen durch die Stadt gegangen, um in Sachen Standorte von der Erfahrung der Aufsteller zu profitieren, sagt Ritz. Denn was nicht passieren dürfe sei, dass man erst Parkautomaten aufstelle, um sie dann wieder abzubauen, weil sie nicht genutzt würden. Als Beispiel nennt er den Standort in der oberen Holzhäuser Straße. Dort würde vermutlich fast nur die Brötchentaste - Kurzparker können damit gebührenfrei Parkscheine ziehen - gedrückt, um zu den Geschäften zu gelangen. Das mache deutlich, dass man sich trotz der Eile genug Gedanken machen müsse.

Die Straßen, die bislang genannt wurden, seien das Ergebnis der politischen Diskussion (siehe Hintergrund). „Man darf sich aber nicht vor besseren Erkenntnissen verschließen“, betont Ritz. Es seien darunter vielleicht Standorte, die nicht sinnvoll seien. Daher wolle man die Auswertung der Vorschläge der Aufsteller abwarten. Außerdem müsse noch geprüft werden, ob man auf Automaten mit Solarbetrieb setzen könne, dann spare man den teureren Stromanschluss.

„Es ist eben nicht allein mit der Überlegung und Entscheidung getan, dass wir Parkgebühren einführen wollen“, sagt Ritz. Nehme man durch eine spätere Einführung der Parkgebühren weniger Geld als geplant ein, sei der Ausfall dennoch beherrschbar, zeigt er sich zuversichtlich.

14 Automaten 

2016 - und schon viel eher - werde man die strukturellen Voraussetzung für die Einführung geschaffen haben. Wann aber in Homberg die ersten Parkautomaten aufgestellt und Gebühren erhoben werden, stehe noch nicht genau fest. Bislang war geplant, 14 Parkautomaten aufzustellen. Für die Anschaffung und Montage der Automaten muss die Stadt etwa 133 000 Euro zahlen.

Hintergrund: Standorte und Gebühren

Auf den folgenden Straßen, Wegen und Plätzen sollte die Parkgebühr nach der Entscheidung der Stadtverordneten erhoben werden:

• Hans-Staden-Allee (einschließlich Reithausplatz und Alleebereich), Bergstraße, Marktplatz, Pfarrstraße, Holzhäuser Straße, Ziegenhainer Straße (einschließlich der Parkplätze Kreissparkasse und Stadthalle), Parkstraße (Kreisverwaltung), Wallstraße (einschließlich Busbahnhof), Untergasse, Entengasse, Parkhaus Pulverturm. Den Anliegern der August-Vilmar-Straße wollle man anbieten, Stellplätze zu mieten.

Das soll es kosten: Die Parkgebühr soll künftig in der ersten Stunde 20 Cent je 15 Minuten kosten, für die zweite und jede weitere Stunde dann einen Euro. Ein Tagesparkschein soll dann sechs Euro kosten, so der Entwurf der Gebührenordnung. Für Wohnmobile sollen auf den Wohnmobilstellplätzen je Tag sieben Euro gezahlt werden. Berufstätige, die in der Altstadt beschäftigt sind, können einen Parkausweis für den Reithausplatz für 120 Euro/Jahr kaufen.

Quelle: HNA

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