Gemeindevertretersitzung

Parlament will Wohnpark auf Rittergut-Gelände bauen

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Malsfelder Rittergut-Gelände: In einem ersten Bauabschnitt sollen dort bis zu neun Wohnungen und ein Park entstehen.

Malsfeld. Die Malsfelder Gemeindevertretung hat weitreichende Entscheidungen zur Entwicklung des alten Rittergutes im Ortskern verabschiedet.

Dabei will die Gemeinde auf eine zinsfreie Investitionssumme in Höhe von einer Million Euro zugreifen.

Das Geld steht im Zentrum eines Vertragsentwurfs, dem das Parlament am Donnerstagabend zustimmte. Partner sind laut Vertrag eine Malsfelder Projektgesellschaft und die Gemeinde. Nach dem Text stellt die Gesellschaft eine Million Euro zinsfrei für den ersten Bauabschnitt zur Verfügung: Dabei handelt es sich um einen Wohnpark Rittergut mit bis zu neun Wohnungen, einer Pflegestation, eventuell einem Ärztehaus und einem öffentlich zugänglichen Park. Voraussetzung für alles ist der Ankauf von zwei bis drei der geplanten seniorengerechten Wohnungen durch Dritte.

Für den ersten Bauabschnitt an der Brauereistraße muss die Gemeinde eine Teilfläche von 1060 Quadratmetern zu je 50 Euro an die Projektgesellschaft verkaufen. Außerdem investiert sie nach dem Parlamentsbeschluss mit Hilfe von Zuschüssen 250.000 Euro in einen Gebäudeteil, der als Bücherei genutzt werden kann.

Abriss Feuerwehrhaus

Das Beschlusspaket der Gemeindevertretung betrifft auch Straßen und bestehende Gebäude. Mit Hilfe von Zuschüssen sollen die Brauerei- und die Kirchstraße für 585.000 Euro saniert werden. Schließlich soll im Ortskern neues Bauland entstehen. Dafür sollen laut Beschluss im Bereich der Elfershäuser Straße langfristig das ehemalige Verwaltungsgebäude samt Dorfgemeinschafts- und Feuerwehrhaus abgerissen werden.

Strittige Themen

Mehrere Redner aus der SPD-Fraktion warben für die Beschlüsse. Der Wohnpark sichere älteren Malsfeldern ein selbstbestimmtes Leben, erklärte Helmut Riemenschneider. Das Abrissprogramm treffe marode Bauten. Marion Karmann würdigte auch aus Sicht des Zweckverbandes Mittleres Fuldatal die in Aussicht genommenen Förderprogramme wie Stadtumbau Hessen. Die seien attraktiv und beliebt. Schließlich versicherte Erdmute Schirmer für den Malsfelder Ortsbeirat, dieser stehe hinter dem Projekt.

"Ich habe immer auf einen privaten Investor gedrängt", sagte Lothar Kothe (GL). Ein solcher stelle nun eine Million Euro bereit. Die Sanierung der Straßen solle teilweise aufgrund zu erwartender Baustellenschäden später erfolgen.

"Das Projekt ist okay", sagte Jochen Ackermann (CDU) und fragte anschließend: Ist es seriös gerechnet? In der Sache solle über ein Projekt entschieden werden, dessen Kosten nicht in allen Teilen bekannt seien. Zugleich habe das Parlament vor Monaten zwecks Haushaltskonsolidierung die Steuern erhöht. Ackermann: "Dem können wir so nicht zustimmen."

Ralf-Urs Giesen (FDP) wertete Teile des Projekts als zu umfangreich. Die Planung enthalte etliche Circa-Preise. Auch sei die Umgestaltung der Straße noch nicht notwendig. Die finanzielle Belastung könne man dem Haushalt ersparen. (lgr)

Quelle: HNA

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