Ars Natura und Hessen-Forst kombinierten eine Wanderung mit einem Konzert

Parsifal war es zu kalt

Konzerterlebnis im Wald: das klassische Ensemble Pentason war mit kammermusikalischen Bearbeitungen von Johann Strauß, Richard Wagner und Ferenc Farkas zu hören. Foto: Köthe

Spangenberg. Die Vereinten Nationen haben 2011 zum Jahr der Wälder erklärt. Es liegt nahe, dass man in den Forstämtern die Bedeutung einer intakten ökologischen Infrastruktur hoch schätzt. Und dass auch Künstler und Kulturschaffende sich mit der Definition und Wahrnehmung von Natur intensiv auseinandersetzen, ist nicht verwunderlich. Denn Inspiration lebt von Farbe, Form und Klang, und die Fähigkeit zur genauen Beobachtung fördert die Reflektionsbereitschaft über die Grundwerte unseres Lebens.

So gestaltete sich die von der Ars Natura Stiftung und dem Hessen-Forst organisierte Veranstaltung „Wagner im Wald“ als Mischung aus Information und Konzert, bei dem sich Pragmatiker und Musiker in dem Bekenntnis und der Wertschätzung für die Wälder dieser Welt zusammenfanden.

Die dazu eingeladenen 80 Gäste trafen sich am Samstagnachmittag an der Metzebacher Höhe und wanderten bis zu einer Waldlichtung nahe Spangenberg. Dort erwartete sie Kaffee, Kuchen und das klassische Ensemble Pentason mit kammermusikalischen Bearbeitungen von Johann Strauß, Richard Wagner und Ferenc Farkas.

Leider zeigte die Wetterlage kein Erbarmen mit den grandiosen Musikern. Es stürmte und regnete, und die niedrigen Temperaturen versorgten die Protagonisten und ihre Instrumente nicht mit der nötigen Wärme, die als Vorraussetzung für brillante Momente gegeben sein muss.

Fülle an Informationen

Hinzu kam, dass Dr. Karin Adam (Ars natura), Christian-Peter Foet (Forstamt Melsungen) und Dieter Werkmeister (Kulturbeauftragter des Landkreises) ausgiebig über Zahlen und Fakten zum Staus Quo ihrer jeweiligen Organisationen informierten und damit den mit Spannung erwarteten und angekündigten Parsifal nicht so recht in Szene zu setzen wussten.

Doch auch mit „An der schönen blauen Donau“ und den „Ungarischen Tänzen“ ließ es sich intensiv durch die Täler blicken. Allerdings sitzen die Adressaten für für dieses Thema in den betonierten Stadtteilen und den denaturierten sozialen Brennpunkten der Metropolen. Für dieses Klientel wäre diese Veranstaltung eine pädagogische Flutwelle der Erkenntnis gewesen.

Von Andreas Köthe

Quelle: HNA

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