Felsberg: Parteien opponieren gegen Bürgermeister

+
Volker Steinmetz

Felsberg. Die SPD, die CDU, die FWG und die FDP werden in Felsberg einen gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten aufstellen. Das haben Vertreter der Fraktionen am Mittwochabend in einem Treffen beschlossen. Damit opponieren sie offen gegen Amtsinhaber Volker Steinmetz.

„Es ist kein Geheimnis, dass wir mit der Arbeit des Bürgermeisters nicht zufrieden sind“, sagte Hilmar Löber, Fraktionschef der SPD. Seiner Meinung nach fehle Steinmetz die Akzeptanz in der Verwaltung, das sei nicht gut für die Stadt. Zudem seien viele Versprechen nicht eingehalten worden.

Einen Kandidaten habe man indes nicht. „Wir haben uns in der Region umgeschaut und Gespräche geführt“, sagte Löber weiter. Nur fündig wurden die Parteien offensichtlich nicht. Denn zur Bürgermeisterwahl im September wird man ab Ende des Monats mit einer Anzeigenkampagne in der HNA und einer überregionalen Zeitung nach einem Herausforderer suchen.

Geht es nach den Fraktionschefs, soll es ein Finanzfachmann werden: „Die großen Themen in Felsberg sind die Rathaussanierung, der stockende Kanalbau und die städtischen Finanzen“, führt Löber aus. Vom Neuen werde also erwartet, dass er etwas von Kommunalfinanzen versteht und nach Möglichkeit von Kommunalrecht.

Die Grünen waren zum Treffen eingeladen, wollen aber keinen Gegenkandidaten aufstellen, wenn Volker Steinmetz - wie angekündigt - erneut kandidiert. „Wir beteiligen uns auch nicht an der Bürgermeister-Hatz, die in Felsberg läuft“, sagt Jochen Pschibul, Grünen-Fraktionschef.

Weder für den massiven Investitionsstau noch für die 30 Millionen Euro Schulden müsse sich Volker Steinmetz verantworten. „Das sind alles Altlasten aus der SPD-Zeit“, sagt Pschibul. Volker Steinmetz ist im Urlaub und war gestern nicht zu erreichen.

Hintergrund:

Volker Steinmetz (parteilos) ist seit 2008 im Amt. Er setzte sich gegen Klaus Döll ( jetzt CDU-Fraktionsmitglied) und Stefan Umbach (SPD) durch. Bei der Stichwahl 2007 erreichte der parteilose Forstbeamte 67,6 Prozent der Wählerstimmen trotz einer absoluten Mehrheit der SPD in der Stadtverordnetenversammlung. Die Wahlbeteiligung in der 10 000-Einwohner-Stadt lag bei 70 Prozent. Zu einem Eklat kam es bereits im Februar 2012. Damals verweigerten Stadtverordneten dem Haushaltsentwurf ihre Zustimmung. Ein Grund waren die Schulden von mehr als 30 Millionen Euro.

Mehr lesen Sie in der gedruckten Ausgabe.

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare