Parteien zanken um die Kinder: Wer hat die U3-Betreuung auf den Weg gebracht?

Mehr Plätze: Für Unter-Dreijährige soll es ab August einen Anbau an den Gilserberger Kindergarten geben. Unser Foto zeigt von links Maria Becker, Mareike Heck, Max Schneider und Leon Matthei Foto: Schorn

Gilserberg. In Gilserberg gibt es unter den Parteien ein Ringen um die Frage, wer sich am meisten für die Kinder in der Gemeinde einsetzt. Kurz vor den Kommunalwahlen am 27. März wollen weder CDU noch SPD als Bremser beim Ausbau der Betreuungsplätze für Unter-Dreijährige dastehen.

Dies wurde in einer lebhaften und nicht immer sachlich geführten Sitzung der Gemeindevertreter am Dienstag deutlich. Am Ende beschlossen sie einstimmig, eine Landesförderung in Höhe von 270.000 Euro für den 300.000 Euro teuren Anbau an den Kindergarten zu beantragen.

Über die konkrete Ausgestaltung der geplanten 16 Betreuungsplätze (bislang gibt es fünf Plätze) für die Jüngsten wurde in der anderthalbstündigen Sitzung kaum diskutiert. Stattdessen wechselten sich vor allem die Vertreter von CDU und SPD darin ab, sich gegenseitig mit Vorwürfen zu überhäufen.

CDU-Gemeindevorsitzender und Spitzenkandidat Michael Stuhlmann monierte die Zögerlichkeit und die Intransparenz, mit der Bürgermeister Lothar Vestweber (SPD) den Ausbau der Betreuungsplätze angegangen sei. Um in den Genuss der 90-Prozent-Förderung des Projektes durch das Land Hessen zu kommen, hätte Vestweber aus seiner Sicht viel früher tätig werden müssen. Fakt ist, dass der Anbau bis August stehen muss, damit das Geld aus Wiesbaden fließt.

Vestweber ließ die Kritik nicht gelten: Im Gemeindevorstand habe man sich Zeit gelassen mit dem U3-Ausbau, um zunächst mit allen Beteiligten räumliche Alternativen für einen kostspieligen Anbau zu erörtern. Zudem sei eine Fertigstellung bis August kein Problem, eine Architektin habe bereits Vorplanungen erstellt und der entsprechende Förderantrag sei, vorbehaltlich der Zustimmung der Gemeindevertreter, am 28. Januar beim Landkreis gestellt worden.

An diesem Punkt der Diskussion äußerte die CDU-Fraktion lautstark Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Bürgermeisters. In der Tat hatte Vestweber bereits in einem HNA-Interview vom 18. Januar gesagt, die Förderung sei auf den Weg gebracht. Auch dass die Architektin ohne Zustimmung der Gemeindevertreter tätig geworden war, sei fragwürdig.

Am Ende Einigkeit

Letzteres wies SPD-Vorsitzender Martin Dippel zurück. Die Vorplanungen hätten die Gemeinde keinen Euro gekostet. Sie dienten als Grundlage für weitere Beratungen und würden auch bei anderen Projekten ohne Zutun der Gemeindevertreter beauftragt.

Als sich die Gemeindevertreter zunehmend in Details verhedderten und irgendwann über zu spät zugestellte Ausschussprotokolle stritten, beendete Gemeindevertreter-Vorsteher Lothar Dietrich das Schauspiel: „Zur Sache kommt wenig. Wir kommen zur Abstimmung“.

Bei der waren sich dann alle einig.

Quelle: HNA

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