Spenden sind wichtig

Partnerschaftsverein bietet nach Zwangspause Erholungsreise für Tschernobyl-Kinder

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Erinnerung an eine schöne Zeit: Mitglieder des Partnerschaftsvereins beim letzten Ausflug 2012 mit Kindern aus Stolin.

Homberg. Sie kümmern sich seit über 18 Jahren ehrenamtlich um die Opfer von Tschernobyl: die Mitglieder des Partnerschaftsvereins Homberg-Stolin. Vor allem um die Jüngsten - Kinder. Denn auch heute, 28 Jahre nach der Reaktorkatastrophe, leiden die Jungen und Mädchen und ihre Familien noch immer unter den Spätfolgen.

Alle Hebel wurden in Bewegung gesetzt, um nach einjähriger Zwangspause wieder einen Besuch von 20 strahlengeschädigten Kindern zu ermöglichen, sagt Joachim Jerosch, Vorsitzender des Vereins. Denn auch 2013 hätten Kinder aus Stolin nach Homberg kommen sollen, doch stand keine passende Unterbringungsmöglichkeit zur Verfügung.

Wohnen in der Schule 

Das ist jetzt anders: „Wir dürfen die Stellbergschule nutzen und freuen uns riesig darüber - für die Kinder“, sagt Jerosch und freut sich sehr über die Zusage des Landkreises. Auch die Stadt Homberg habe die Planungen untersützt.

Zwischen acht und zwölf Jahren alt sind die Kinder, die aus unterschiedlichen Schulen stammen. „Uns ist wichtig, dass sie aus sozial schwachen und kinderreichen Familien stammen. Eben aus Familien, die sich einen Aufenthalt bei uns nicht einfach so leisten können“, erklärt Jerosch. Begleitet werden die Kinder von einem Lehrer und Dolmetscher.

Ankommen werden die Kinder am Montag und sie bleiben dann bis zum 21. August. Um ihnen den Aufenthalt zu ermöglichen, muss der Partnerschaftsverein tief in die Tasche greifen. Rund 7000 Euro fallen dafür an. „Das stemmen wir nicht alleine durch Mitgliedsbeiträge. Wir sind auf Spenden angewiesen.“

Das bedeute zugleich, dass der Verein mehr Klinken putzen müsse, erklärt Jerosch. Denn 28 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl litten zwar noch immer viele Menschen vor Ort immer unter den Spätfolgen. Auch wenn sie damals noch gar nicht geborten wahren. Doch sei bei vielen Menschen in Deutschland die Katastrophe von einst längst in Vergessenheit geraten. Dabei sei der Erhohlungsaufenthalt für die Kinder enorm wichtig, fügt er an. Bei vielen von ihnen sei das Immunsystem geschwächt. Noch immer kämmen Kinder mit Missbildungen zur Welt. „Wenn sie hier sind, tanken sie Kraft.“

Der Verein bietet den Kindern ein abwechslungsreiches Programm. Fahrten an den Edersee, auf den Brocken und in einen Freizeitpark stehen ebenso an, wie Besuche im Freibad in Homberg und gemeinsame Spielnachmittage auf dem Gelände der Stellbergschule. „Durch unseren Bus sind wir viel flexibler und können mit den Kindern mehr unternehmen“, sagt Jerosch.

„Die Kinder kommen hier an und haben eine Tüte dabei, darin ist ihr Reisegepäck. Wir wollen sie mit einem Karton voll mit Kleidung und Spielsachen nach Hause schicken“, sagt Jerosch. Doch bevor an die Heimreise gedacht wird, gilt es die Ankuft zu planen. Klassenräume der Stellbergschule werden zu Gruppen-Schlafzimmern umfunktioniert. „Wir gestalten es wohnlich und gemütlich“, sagt Jerosch.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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