Laue Luft, laute Musik: Ruhestörung kann teuer werden

Partys im Parkhaus: Anwohner sind genervt

Wolfhager Land. Wolfhager, die in der Nachbarschaft der Innenstadt-Parkhäuser wohnen, sind verärgert. Seit Wochen feiern Jugendliche dort Partys, die nach Auskunft eines Polizeisprechers oft bis in die Nacht dauern. „Wir fahren ständig Streife. Doch kaum haben wir sie aus einem Parkhaus vertrieben, sind sie im nächsten.“

Grundsätzlich gilt bundesweit als Nachtruhe die Zeit von 22 bis 6 Uhr, ab 20 Uhr gilt Abendruhe. Einzelheiten sind in Landes- und Bundesimmissionsschutzgesetzen geregelt. Darüber hinaus können Städte und Gemeinden eigene Satzungen erlassen. In Wolfhagen habe man darauf verzichtet, so Helmut Rupp vom Ordnungsamt. Eine Ausnahme gelte jetzt für die Public-Viewing-Veranstaltungen während der Europameisterschaft. „Für die Übertragung der Spiele wurde die Sperrstunde auf ein Uhr verlängert.“

Beschwerden über Lärmbelästigungen sind für die Polizei vorwiegend ein Sommer-Phänomen. „Im Sommer wird eher bei offenen Fenstern gefeiert“. so Michael Lange von der Polizeipressestelle. Ob eine Lärmbelästigung vorliegt, stellt die Polizei vor Ort fest. Lärmbelästigung ist eine Ordnungswidrigkeit. Schreibt die Polizei eine Anzeige, geht diese an das Ordnungsamt. „Dann bekommt die Person einen Bußgeldbescheid“, heißt es bei der Stadtverwaltung. „Beim ersten Mal ist man mit gut 100 Euro dabei.“ Bei Wiederholungstätern kann die Buße höher ausfallen, bei Unbelehrbaren muss die Polizei auch mal zu drastischen Maßnahmen greifen und die Musikanlage sicherstellen.

Die lärmenden Jugendlichen seien jedoch Extremfälle, meint Lange. Meist wäre nach einer ersten Verwarnung durch die Polizei Ruhe. In der der Regel sei durch Toleranz von beiden Seiten kein Polizeieinsatz nötig. Wer eine Party feiere, könne dies zuvor mit dem Nachbarn besprechen und ab 22 Uhr das Fenster zumachen.

Von Bea Ricken und Tatjana Coerschulte

Quelle: HNA

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