Alter Brauch des Grenzbegangs

Wenigenhasunger Jagdgenossen: Paten für die Grenzsteine

Auf Schusters Rappen: Jung und Alt aus Wenigenhasungen beteiligten sich wieder am Grenzbegang. Fotos: zih

Wenigenhasungen. Die Jagdgenossenschaft Wenigenhasungen hatte jetzt zum traditionellen Grenzbegang aufgerufen. Angefangen habe alles, als einige Altvorderen des Ortes bei einer Wanderung in der Gemarkung Burgholz sich nicht darüber einigen konnten, wo exakt die Wenigenhasunger Gemarkungsgrenze verläuft, sagt Vorsitzender Walter Schwarz.

Also hätten sie beschlossen, alljährlich einen Kontrollgang zu machen, um festzustellen, ob die alten Grenzsteine noch vorhanden sind und an der richtigen Stelle stehen.

Nur einige der heute noch zahlreichen Steine, die die Grenze der 758 Hektar großen Wenigenhasunger Gemarkung markieren, tragen auf der zum Dorf gerichteten Seite die Großbuchstaben WH (für Wenigenhasungen) sowie die Jahreszahl 1780. Walter Schwarz vermutet aber, dass die ungekennzeichneten Steine ebenfalls aus dieser oder einer noch früheren Zeit stammen. Denn bis zum 17. Jahrhundert dienten zur Grenzmarkierung Waldschneisen, Bäche, Hecken, Gräben oder eigens gepflanzte Bäume, in die man mit der Axt ein Kreuz hineinschlug.

Gespickt mit Wissenswertem

Kontrollierten in den Anfangsjahren des Wenigenhasunger Grenzbegangs nur die Jagdgenossen den Grenzverlauf ihrer landwirtschaftlichen Flächen, so hat sich in jüngster Vergangenheit die Veranstaltung zu einem Erlebnis für die gesamte Dorfgemeinschaft entwickelt. Jung und Alt sind dabei unterwegs, wobei nicht um die gesamte Gemarkung gewandert wird. Jahr für Jahr nehmen sich die Grenzgänger eine etwa sieben Kilometer lange Etappe vor. Diesmal bildete der Schwerpunkt der Wanderung der Grenzverlauf zwischen Wenigen- und Altenhasungen. Auf der Strecke gab es zudem Informationen über Landwirtschaft und Viehzucht sowie Umwelt- und Naturschutz.

Relativ neu ist, dass für die historischen Grenzsteine Ortsbewohner die Patenschaft übernehmen. Der 75-jährige Ernst Bettinghausen war schon einige Tage zuvor an seinem Stein unweit der Jagdhütte am Rande des Bärenbergwaldes, um die Grenzmarkierung freizuschneiden. Auch Werner Gerhold wurde ein neuer Grenzsteinpate, ebenso wie Herbert Butterweck und Hans Schwedes für den direkt an einem kleinen Bachlauf stehenden Stein der Wüstung Lauenhusen. Den Abschluss des Grenzbegangs bildete ein Beisammensein in der Grillhütte. (zih)

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare