Ende eines Mediziner-Marathons

Von Arzt zu Arzt geschickt: Hilfe im Hospital zum Heiligen Geist

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Geht endlich wieder: Uta Siebert aus Falkenberg ist gerne sportlich unterwegs, doch im vergangenen Jahr war ihr das nicht möglich – bis sie Hilfe im Fritzlarer Krankenhaus fand.

Falkenberg/Fritzlar. Leicht hat sich Uta Siebert die Entscheidung nicht gemacht, mit ihrer persönlichen Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen. Doch nach einem Ärzte-Marathon will sie eine Lanze für kleinere Kliniken brechen.

Uta Siebert hat einen Ärztemarathon hinter sich. Der führte sie von einer Frauenärztin in Fritzlar an eine Klinik in Marburg, dann zu einer weiteren Frauenärztin und wieder nach Marburg. Der Grund dafür: Eine Art Geschwulst, wie sie es beschreibt. Die ertastete sie im Frühjahr 2015 an ihrem Schambein. Die wuchs immer weiter, wurde härter und bereitete der Frau aus Falkenberg Schmerzen.

„Dieses Objekt störte mich beim Sitzen. Fahrradfahren ging überhaupt nicht, sogar beim Liegen im Bett spürte ich es. Und: Aus meinem Kopf bekam ich es gar nicht mehr raus“, sagt Siebert. Doch hätten sich viele der Ärzte anscheinend nicht getraut, sie zu operieren, so der Eindruck der Patientin.

Doch ein Leben mit diesem knotigen Ding in ihrem Körper konnte sie sich nicht vorstellen. Vor allem auch, weil dieses ihr immer stärkere Schmerzen verursachte. Sie einschränkte.

So ging der Ärzte-Marathon weiter: von der Gynäkologin hin zum Orthopäden, weiter zu einer Tumorsprechstunde und schließlich zu einem Urologen. Letztlich sollte Uta Siebert noch in die Unfallchirurgie. Spätestens da lagen ihre Nerven blank. „Ich habe viel geweint“, erinnert sie sich an diese Zeit.

Es seien jede Menge Untersuchungen gemacht worden, sagt sie. Dann zählt auf: Blutwerte, Röntgen, MRT, Ultraschall und einiges mehr. „Nur weitergeholfen hat mir niemand“, sagt die 56-Jährige. Zumindest nicht, bis zum Dezember 2015. Dann nämlich beendete ihr Hausarzt den Ärzte-Marathon - mit einem Anruf im Fritzlarer Krankenhaus „Hospital zum Heiligen Geist“.

Der Chefarzt der Klinik, Dr. Carsten Bismarck, habe sich ihres Falls gleich angenommen. „Mit Erfolg“, sagt Uta Siebert und lächelt. Die Erleichterung darüber ist ihr anzusehen. „Endlich wurde ich nicht mehr von einem Arzt zum anderen geschickt.“ Bismarck habe sich Zeit genommen. „Er verstand, dass mich dieses Teil bei ganz alltäglichen Bewegungen störte, machte aber auch deutlich, dass eine Operation an dieser Stelle am Schambein nicht ungefährlich sei“, erinnert sie sich. Trotzdem habe sie den Eingriff vornehmen lassen. Auch, weil sie dem Arzt vertraut habe. „Seine Art mit den Patienten umzugehen, beeindruckte mich“, so Siebert. Im Januar dann die Operation - auch danach habe sie sich in der Fritzlarer Klinik sehr gut versorgt gefühlt.

Zuhause angekommen, galt es noch das Ergebnis der Gewebeprobe abzuwarten. Sie habe mit einem Brief gerechnet oder - bei einem für sie negativen Befund - mit einem Anruf aus der Klinik. Deshalb sei sie erschrocken, als sie an einem Freitagmorgen einen Anruf von dem Chefarzt erhielt. Doch die Sorge war unbegründet: Bismarck teilte seiner Patientin mit, dass der histologische Befund da sei und er Entwarnung geben könne. „Es hat sich um Knorpelgewebe gehandelt, nicht um einen Tumor“, sagt Siebert.

Die Freude bei Uta Siebertwar riesig und mit ihr wuchs die Erkenntnis: „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah“, sagt sie. Beim nächsten Krankheitsfall werde sie gleich in die Fritzlarer Klinik und nicht in einem Ärzte-Marathon von einem Mediziner zum nächsten rennen.

Das sagt Chefarzt Dr. Carsten Bismarck

Darüber, dass es Uta Siebert wieder gut geht, freut sich auch Dr. Carsten Bismarck, ärztlicher Direktor und Chefarzt am Hospital zum Heiligen Geist in Fritzlar. Auch deshalb, weil sich ihr Leidensweg über mehrere Monate hinzog: „Die Patientin war maximal beeinträchtigt und in jeder Lebenslage höchstgradig eingeschränkt. Ihre Lebensqualität ging in vielen Bereichen gegen Null“, erklärt der Arzt.

Da die kugelige Vernarbung (Fibrom) am Schambein an einer pikanten Stelle saß, habe es sich um einen anspruchsvollen Eingriff gehandelt. „Natürlich war alles generalstabsmäßig geplant“, sagt Bismarck.

Der Vorteil eines kleinen Krankenhauses sei sicher, dass der Patient mehr im Fokus stehe. „Wir haben uns zusammengesetzt, ich habe ihr die Risiken erläutert und sie darüber in Ruhe nachdenken lassen.“ Uta Siebert habe sich dann für den Eingriff entschieden. Die Operation sei gut geglückt: „Es ging ihr am nächsten Tag schon viel besser. Heute geht es ihr gut.“

Quelle: HNA

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