Gynäkologische Abteilung: Von Geburten bis zu Operationen am Beckenboden

871 Patientinnen pro Jahr

Ein Team: Ärzte und Hebammen arbeiten in der Wolfhager Kreisklinik eng zusammen. Das Foto zeigt Lutz (geboren am 19. Oktober) mit seiner Mama Diana Pflüger sowie Dr. Marion Reif-Kaiser (links) und Hebamme Vera Knapp. Foto: Glass

Wolfhagen. Lutz ist eines von durchschnittlich 250 Babys, die pro Jahr in der Wolfhager Kreisklinik zur Welt kommen. Der Säugling ist erst wenige Tage alt, und seine Mama, Diana Pflüger aus Ehringen, erholt sich auf der Station der Gynäkologie und Geburtshilfe des Krankenhauses auf dem Ofenberg von den Strapazen der Geburt.

Nach der Entbindung bleiben die Frauen durchschnittlich bis zu drei Tage in der Klinik – nach einem Kaiserschnitt jedoch länger, berichtet der Gynäkologe Dr. Werner Prinz. Es bestehe aber auch die Möglichkeit einer ambulanten Geburt, nach der die Frauen vier Stunden später wieder nach Hause gehen.

Gemeinsam mit seinen beiden Kolleginnen, Dr. Marion Reif-Kaiser und Dr. Julia Jungermann, kümmert sich Dr. Prinz um die Frauen auf der Station. Als Belegärzte haben die drei Mediziner zusätzlich zum Klinikdienst noch Praxen, die auf dem Krankenhausgelände liegen.

Etwa 871  Patientinnen werden jährlich auf der 20-Betten Station behandelt, berichten die Ärzte. Dabei reicht das Spektrum von Operationen am Beckenboden, etwa bei Inkontinenz, über Sonographien der Brust bis hin zu Spiegelungen der Gebärmutter.

Nachsorge nach Krebs

Bösartige Tumore der weiblichen Geschlechtsorgane werden in der Kreisklinik jedoch nicht akut behandelt. „Diese Patientinnen werden in speziellen Tumorzentren therapiert“, informieren die Mediziner. Die Nachsorge wiederum werde aber in Wolfhagen angeboten. In diesen Fällen bestehe eine enge Zusammenarbeit mit den Onkologen.

Und auch in der Geburtshilfe arbeiten die Gynäkologen Hand in Hand – mit den acht Hebammen der Station. Ihnen ist vor allem ein guter Kontakt zu den Frauen wichtig, daher bieten sie bereits während der Schwangerschaft Kurse zur Vorbereitung auf die Geburt an und betreuen die Frauen auch bis zu acht Wochen nach der Entbindung – individuell vereinbart auch länger, berichtet Hebamme Vera Knapp.

Relativ neu ist die an die Klinik angeschlossene Hebammenpraxis Juno, die nach vorheriger Terminabsprache besetzt ist (siehe Kasten). Dorthin können Schwangere kommen, um sich beraten oder behandeln zu lassen, zum Beispiel homöopathisch.

Doch zurück zu Lutz und seiner Mama: Diana Pflüger hat – wie die meisten Frauen in der Klinik – eine natürliche Geburt hinter sich. „Ohne Komplikationen“, wie sie sagt. Doch auch bei Komplikationen sind die Frauen in Wolfhagen gut aufgehoben: „Von der Indikation bis zur Entwicklung des Kindes dürfen maximal 20 Minuten vergehen“, berichtet Dr. Werner Prinz von einer Richtlinie, die die Klinik erfüllt.

Alle Möglichkeiten offen

Bei einer natürlichen Geburt steht den Frauen alles offen: von Wassergeburt über Gebärhocker sind alle Möglichkeiten vorhanden. Und der Anästhesist Dr. Uwe Hecht kommt bei der Geburtshilfe immer dann ins Spiel, wenn die Frauen eine PDA benötigen. Oder aber ein Kaiserschnitt gemacht werden muss oder – in seltenen Fällen – auch gewünscht wird.

STICHWORT, HINTERGRUND

Von Vera Glass

Quelle: HNA

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