Von der Uni in die Lehre

Paul Poletajew schloss Maurerlehre als bester Handwerkslehrling ab

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Bester Maurergeselle im Kammerbezirk: Paul Poletajew (27, links) kam nach einem Politikstudium zur Firma Hainmüller und Klingelhöfer nach Mengsberg, rechts Frank Klingelhöfer. 

Mengberg. Das muss einmal einer nachmachen: Als Jahrgangsbester aller Handwerksberufe der IHK Kassel schloss Paul Poletajew seine Maurerlehre bei H&K Hainmüller und Klingelhöfer in Mengsberg ab.

Damit ist der 27-Jährige Bester von rund 2500 Auszubildenden, die jedes Jahr ihren Gesellenbrief von der Handwerkskammer Kassel erhalten. Er habe die höchste Bewertung von allen in Theorie und Praxis erhalten, berichtet Bauunternehmer Frank Klingelhöfer nicht ohne Stolz.

Die Ausbildungszeit war für Poletajew schon aufgrund seiner guten schulischen Leistungen von drei auf zwei Jahre verkürzt. Und am Ende ging der Marburger sogar als Jahrgangsbester aller Handwerksgesellen hervor und wurde dafür kürzlich im Ständesaal des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen in Kassel geehrt.

„Wir wussten, dass er gut abschließen wird, aber das Ergebnis hat jetzt doch alle Erwartungen übertroffen“, so Klingelhöfer. Poletajew ist einer von 18 Mitarbeitern des Mengsberger Bauunternehmens, das in den vergangenen Jahren stetig gewachsen ist. „Wir bilden jährlich aus und übernehmen möglichst unsere Gesellen, doch in diesem Jahr hatte sich niemand auf eine Lehrstelle beworben“, so der Unternehmer.

Poljatew: Maurer sei Beruf mit Zukunft

Verstehen kann Klingelhöfer das nicht. Maurer sei ein Beruf mit Zukunft. „Unsere Auftragsbücher sind bis in den Herbst hinein voll“, so der Meister, in jungen Jahren selbst Kammer- , Innungs- und Landessieger im Maurerhandwerk und Teilnehmer der Weltmeisterschaften 1992 in Amsterdam.

„Ich kann hier in der Firma gut mitarbeiten und etwas lernen“, bestätigt der Marburger Poletajew, der gleich nach der Gesellenprüfung mit der Meisterschule begonnen hat. An die Lahn kam er des Studiums wegen: Acht Semester hat er in der Universitätsstadt Vorlesungen zu Politikwissenschaft gehört und am Ende das Studium ohne Abschluss an den Nagel gehängt. „Ich musste mir eingestehen, dass ich mich zwar für Politik interessiere, dass mir das Studium jedoch nicht liegt“, so Poletajew.

Zuvor hatte der 27-Jährige, der als Baby mit seinen Eltern aus Kasachstan nach Deutschland aussiedelte, in Reutlingen bei Stuttgart Abitur gemacht. Um sein Studium zu finanzieren, arbeitete er nebenbei in einem Landschaftsgartenbau-Betrieb und entdeckte dabei sein Interesse für die Praxis.

Quelle: HNA

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