Christel Jung ist täglich mit ihrem Hund Lenny im Warmetal unterwegs, gern macht sie Station an der Warte

Pause mit dem Hund am mittelalterlichen Turm

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Vor den Toren Zierenbergs: Christel Jung mit ihrem treuen vierbeinigen Begleiter Lenny an der Warte, deren Gemäuer durch blau-grüne Graffiti-Schmierereien gelitten hat.

Zierenberg. Es ist ein geschichtsträchtiger Ort, an den es Christel Jung während ihrer täglichen Ausflüge mit Hund Lenny immer wieder zieht: die Warte bei Zierenberg.

785 erbaut, steht auf einem Schild an dem Turm, der einst als Aussichtsposten diente, um die Bevölkerung im Warmetal vor Feinden zu warnen. Zierenberg gab es damals noch nicht. Die Erbauer im frühen Mittelalter wussten, warum sie ihn an diesem Ort errichteten. Die Anhöhe bietet einen wunderbaren Ausblick, und genau das ist es auch, was Christel Jung so an diesem Platz fasziniert.

Historischer Bau: Die Warte stammt vermutlich aus dem 8. Jahrhundert.

Einen Weg zum Turm gibt es nicht. Wer auf die Warte will, marschiert zunächst über Feldwege, dann geht es querfeldein und ein kurzes Stück steil bergauf. Zum Verschnaufen lädt die Bank vor dem Turm ein. Hier sitzt auch Christel Jung gern, lässt den Blick übers Warmetal schweifen, über die Stadt Zierenberg, genießt die Aussicht auf den Hohen Dörnberg, die Wälder. Besonders der Herbst habe seinen Reiz, wenn die Bäume in der Sonne golden leuchten.

Anfang der 80er-Jahre bauten die Jungs in Zierenberg, zogen von Kassel an die Warme. „Ich hatte hier gleich ein Heimatgefühl, ich wusste, hier gehöre ich hin“, erinnert sich die 66-Jährige. Die Stadt habe sie nicht einen Moment vermisst, seit sie in Zierenberg lebt. Im Gegenteil: Wenn sie mit ihrem Mann mal nach Kassel muss zum Einkaufen beispielsweise, dann könne sie es kaum erwarten zurück ins Warmetal zu kommen, wo sie mit ihrem Tibetterrier Lenny ihre Touren unternimmt.

An der Warte erinnert sie sich, war sie das erste Mal kurz nach dem Umzug mit ihren beiden Söhnen. „Für die beiden war das ein absoluter Abenteuerspielplatz“. Ihre Kinder sind inzwischen erwachsen, der Spielplatz ist für Christel Jung ein Ort der Entspannung geworden. „Hier kann ich die Seele baumeln lassen.“ Dass pausenlose Rauschen der Autobahn, die im Westen vor dem Gudenberg und dem Bärenberg vorbeiführt, störe sie nicht. An das monotone Geräusch habe sie sich längst gewöhnt.

Quelle: HNA

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