Die Grundschule Falkenberg kümmert sich gezielt um Bewegung und Wahrnehmung

Pause wann man will

Aktiv auf dem Schulhof: Das Sprungseil schwingen Theresa Sauer-Hess (links) und Antonia Mathis, dahinter Falkenberger Schüler mit Schulleiterin Elke Braun und Sonja Drisch vom Staatlichen Schulamt Fritzlar. Foto: Dellit

Falkenberg. Wenn ein Drittklässler in Falkenberg nicht mehr kann, macht er Pause. Er nimmt eine Karte aus einem Kästchen und dreht zum Beispiel eine Runde auf dem Schulhof oder macht eine Entspannungsübung. Die Lehrerin muss er vorher nicht fragen.

Die individuellen Pausen gehören zum Konzept der Falkenberger Grundschule, mit dem sie das Zertifikat „Gesundheitsfördernde Schule“ erreichen will. Ein Teil davon ist die Auszeichnung für den Bereich Bewegung und Wahrnehmung, den jetzt Sonja Drisch und Wolf Wille vom Staatlichen Schulamt unter die Lupe nahmen.

Die Sache mit den selbst gewählten Pausen funktioniere sehr gut, sagt Lehrerin Sabine Winterhalter. In den ersten beiden Klassen würden die Schulen darauf vorbereitet und übten Selbstwahrnehmung sowie Konzentrationsfähigkeit.

Doch die Falkenberger Schule tut noch mehr in Sachen Bewegung und Wahrnehmung. So gibt es in jeder Klasse eine Kartei mit Bewegungs-, Entspannungs- und Wahrnehmungsübungen sowie -spielen. Für Deutsch und Mathematik sind dort spezialisierte Spiele zu finden, erläuterte Referendarin Carolin Günther. So werden bei einem Spiel die Wortarten jeweils mit einer bestimmten Bewegung verbunden.

In einer Arbeitsgemeinschaft gibt es für die Kinder Yoga und Fantasiereisen, bei Ausflügen in den Wald schulen sie ihr Fühlen und Sehen. Das Projekt ist integrativ, das heißt Kinder mit Auffälligkeiten und andere sind gemeinsam in der Gruppe. Die Aktion „Kinder für Nordhessen“, an der sich auch die HNA beteiligt, unterstützt die Schule dabei finanziell, erläutert Schulleiterin Elke Braun.

Der stille Freund

Spaß haben die Kinder auch am „stillen Freund“. Und das funktioniert so: Am Freitag kommt der Name jedes Schülers auf einem Zettel in den Lostopf. Jeder zieht ein Los und soll in der darauf folgenden Woche zu dem gezogenen Schüler besonders freundlich sein. Eine Woche später wird geraten, wer der „stille Freund“ war. Auch dabei geht es darum, aufmerksam zu sein und auf andere zu achten.

Auf dem Schulhof haben die Schüler viele Möglichkeiten, ihrem Bewegungsdrang nachzugehen: Seile, Bälle, ein Basketballkorb und Spielgeräte gehören dazu. Sie können sich Roller und andere Geräte ausleihen, auch eine Rückzugsecke ist vorhanden.

Die Schule arbeitet auch mit dem SV Falkenberg zusammen, etwa bei Fußballabzeichen. Von den Ideen zu Bewegung und Wahrnehmung profitieren 51 Schüler in drei Klassen, wobei die ersten beiden gemeinsam unterrichtet werden.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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