Gegen den  ist ein Insolvenzverfahren eröffnet worden - Spielbetrieb läuft

Mit Pech in die Pleite: Insolvenzverfahren gegen SV Urfftal 08

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Besorgt: Der Vorsitzende des TSV, Wolfgang Friedrich, sorgt sich über die Zukunft des Sportvereins. Gegen den Verein ist das Insolvenzverfahren eröffnet worden.

Bad Zwesten. Der TSV Urfftal 08 steckt in der Krise. Nicht sportlich, sondern finanziell. „Über das Vermögen des TSV Urfftal wurde das Insolvenzverfahren eröffnet“, teilt das Finanzamt mit. Das ist ein schwerer Schlag für den Verein, der seit über 100 Jahren existiert.

Grund für die dramatische Lage sind laut Insolvenzverwalter Hartmut H. Mitze fehlerhaft ausgestellte Spendenbescheinigungen. Deshalb stehe der Verein nun mit 51 000 Euro beim Finanzamt in der Kreide.

„Das kann der Verein nicht aufbringen“, sagt Mitze. Die Summe sei schließlich kein Pappenstiel. Mitze erstellt nun einen Insolvenzplan, der Prüfungstermin dafür ist erst in ein paar Wochen – am 29. Mai. „Wenn das Finanzamt diesem Vergleichsplan zustimmt, dann kann der Verein gerettet werden“, sagt Mitze und zeigt sich optimistisch. „Das Finanzamt würde dadurch mehr Geld erhalten, als bei einem regulären Insolvenzverfahren.“

Das Schicksal des TSV Urfftal 08 zeige aber auch, wie schnell Ehrenamtliche in die Mühlen der Justiz geraten können. „Vereine sollten sich von einem Steuerberater beraten lassen“, betont der Insolvenzverwalter. Denn letztlich habe der TSV Urfftal nur Pech gehabt und einen Fehler gemacht, wie ihn viele Vereine vor ihm auch schon gemacht hätten. Die Spendenquittungen, die etwa für ehrenamtliche Leistungen am Vereinsheim und für den Einsatz der Spartenleiter ausgestellt wurden, hätten laut Mitze ausgestellt werden dürfen – „wenn ein Satzungs- beziehungsweise Vorstandsbeschluss dafür vorliegt.“ Doch solch ein Beschluss wurde vom TSV Urfftal nie gefasst und somit seien die Spendenquittungen fehlerhaft. Das Ziel sei es nun, den Verein zu retten, denn der sei sanierungswürdig und -fähig.

Den TSV Urfftal retten, das wollen auch der Vorstand und die Mitglieder des Vereins, sagt der Vorsitzende Wolfgang Friedrich aus Oberurff und freut sich über so viel Rückhalt. Vor allem ältere Mitglieder habe die Nachricht vom drohenden Aus sehr betroffen gemacht. „Uns allen liegt der Verein am Herzen“, sagt Friedrich. Über 200 Mitglieder hat der TSV. „Viele sind bereit, sich für den Fortbestand einzusetzen, nur einige wenige sind ausgetreten.“

Sorge und Frust

Friedrich ist jedoch nicht nur um den Verein besorgt. „Wenn er nicht gerettet wird, könnte man uns vom Vorstand zur Zahlung heranziehen“, befürchtet er. Die Angst der Ehrenamtlichen, das Geld aus der eigenen Tasche berappen zu müssen, ist groß. Und ihr Frust auch. Ich will die Sache jetzt zu Ende führen. Doch habe ich keine große Lust mehr, mich danach noch zu engagieren“, sagt der sichtlich geknickte 62-Jährige.

Fünf Jahre seien vom Finanzamt geprüft worden. „Von 2009 rückwirkend“, erklärt Friedrich, der seit 2009 Vorsitzender des Vereins ist. Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens gilt der Verein als aufgelöst. Allerdings darf der Spielbetrieb weiterhin laufen. „Wir kommen aber nicht mehr an unser Geld“, sagt der Vorsitzende. Genau das sorgt bereits für erste Auswirkungen: „Geld für die Lizenz des Vereinsverwaltungsprogramms des Fußballbundes können wir nicht überweisen“, nennt Friedrich ein Beispiel.

Versichert seien die Mitglieder jedoch. „Wir haben das Geld für das ganze Jahr bereits Anfang 2012 gezahlt.“

Keine Auskunft zum Fall des TSV gibt es vom zuständigen Fritzlarer Finanzamt. Grund dafür sei das Steuergeheimnis. Außerdem sei jetzt das Amtsgericht zuständig.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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