Nach 13 Jahren gehen sie

Die Pfarrer Dr. Jochen Gerlach und Dr. Regina Sommer verlassen Wabern

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Dr. Jochen Gerlach und Dr. Regina Sommer

Wabern. „Einfach spitze, dass Ihr da wart“, sangen die Kinder der Kindergottesdienstgruppe Wabern im Gottesdienst anlässlich der Verabschiedung von Dr. Regina Sommer und Dr. Jochen Gerlach.

Das Lied beschrieb gut die Stimmung der 350 Menschen, die in die Kirche und anschließend in die Mehrzweckhalle gekommen waren, um Abschied von den beiden Seelsorgern zu feiern.

Der Posaunenchor spielte „Auf Wiedersehen“ und lud das Pfarrer-Ehepaar ein, Wabern bald wieder zu besuchen. Der Männergesangsverein Uttershausen brachte ein Ständchen im Gottesdienst, der Chorverein Wabern und der junge Chor Chorisma sangen zum Abschied in der Mehrzweckhalle. Bürgermeister Günter Jung, Vertreter der Kirchenvorstände, der Diakonie, der Vereine und des katholischen Pfarrgemeinderates wünschten den beiden Theologen einen guten Start für ihre neuen Stellen und blickten zurück auf knapp 13 Jahre gemeinsame Arbeit.

Im Mai 1998 hatte das Pfarrer-Ehepaar die Stelle in Wabern und Uttershausen von Pfarrer Karl-Bernd Groß übernommen. Sieben Jahre lang teilten sie sich die Pfarrstelle, dann übernahm Jochen Gerlach die Stelle alleine, während seine Frau für eine Forschungsarbeit zum Thema Kindertaufe an die Universität Marburg wechselte. Für diese Arbeit wurde sie 2009 von der Evangelischen Kirche mit dem Hanna-Jursch-Preis ausgezeichnet.

Sommer lehrt als Privatdozentin für Praktische Theologie an der Universität und arbeitet als Referentin für theologische Aus- und Fortbildung im Landeskirchenamt Kassel. Dorthin folgte ihr jetzt ihr Mann, der am 1. Januar die Leitung des Referates Wirtschaft, Arbeit und Soziales im Landeskirchenamt übernahm. „Sie haben ganz viel hier geleistet“, sagte Dekan Dr. Helmut Umbach zum Abschied.

Sie fühlten sich zuhause

Sie hätten sich in Wabern sehr zuhause gefühlt, sagte Sommer rückblickend. Es sei ihre erste Pfarrstelle gewesen und hier hätten sie ihre drei Kinder bekommen. Der Kontakt und die Nähe zu den Menschen, ihr Leben mit allen Sorgen und Nöten zu teilen im Bereich der Seelsorge, all da habe ihr viel Freude gemacht.

„Kirche ist mitten in der Gesellschaft“ sei ihr Motto gewesen, sagte Gerlach. Er habe viel gelernt. Wichtig sei ihm gewesen, dass Menschen sich auch trauten, Kritik zu üben, denn das bringe weiter.

Jugend, Ökumene und Solarstrom

Ein Schwerpunkt der Arbeit von Dr. Regina Sommer und Dr. Jochen Gerlach war die Kinder- und Jugendarbeit mit vielen Konfirmandenfreizeiten, Fahrten zu Kirchentag und Landeskirchenfesten, Teilnahme am Fußball-Konfi-Cup und der Neuerung, Kinder und Jugendlichen am Abendmahl teilnehmen zu lassen.

Auch die Ökumene unterstützten sie mit Sternsingeraktionen und Weltgebetstagen. Zu den Ergebnissen ihrer Tätigkeit zählen unter anderem auch die Einrichtung der Offenen Kirche, die auch werktags als Ort der Besinnung und Begegnung geöffnet ist, sowie die Gründung der Sozialen Dienste in Wabern.

Dr. Jochen Gerlach setzte sich darüber hinaus auch für den Bau einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des evangelische Gemeindehauses ein. (yma)

Quelle: HNA

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