Pfarrer Lars Bachmann verlässt Altmorschen: Zu hohe Arbeitsbelastung

Verlässt Altmorschen und das Pfarrhaus: Pfarrer Lars Bachmann wird Ende August eine neue Stelle antreten. Foto: Holscher

Morschen. Was sich als Gerücht schon seit einigen Wochen in der Kirchengemeinde Altmorschen erzählt wurde, hat sich nun bestätigt: Pfarrer Lars Bachmann  wird Ende August die Gemeinde verlassen und im September eine Stelle an einer Schule in Wolfhagen antreten. Bachmann hatte die Stelle im Dezember 2012 übernommen.

Die Gründe für seinen Abschied liegen aber nicht, wie es von einigen Personen gegenüber der HNA geäußert wurde, zum überwiegenden Teil an der Wohnsituation in Altmorschen. „Sie liegen im persönlichen Bereich“, sagt der 44-Jährige. Er habe gemerkt, dass seine Ansprüche mit den Anforderungen vor Ort nicht mehr übereinstimmten. „Eine volle Stelle kann ich nicht stemmen.“ Er habe sich deshalb häufiger die Frage nach den Prioritäten in seinem Leben gestellt: Will ich leben, um zu arbeiten oder arbeiten, um zu leben?

Alternativen, wie etwa sich die Stelle zu teilen, seien mit dem Kirchenvorstand besprochen worden. Doch eine Lösung habe sich leider nicht ergeben, sagt Bachmann. „Ich bin dem Kirchenvorstand für die konstruktive Zusammenarbeit sehr dankbar.“

Allerdings habe er sich schließlich in Absprache mit seiner Frau entschieden: „Es kann so nicht weitergehen.“ Er habe sich mehr Zeit für Dinge gewünscht, die wegen der Arbeit zu kurz kämen: Familie und Freunde. „Das habe ich als Defizit empfunden.“

Im Juni diesen Jahres habe er von der Stellenausschreibung an der Herwig-Blankertz-Berufssschule in Wolfhagen erfahren. Die Zusage für die 50-Prozent-Stelle als Religionslehrer hat er dann kurz vor seinem Urlaub erhalten. Deshalb habe er die Gemeinde in der Zwischenzeit nicht informieren können. „Das war natürlich unglücklich“, sagt der Pfarrer. Der Gemeinde seinen Abschied mitzuteilen, sei ihm nicht leichtgefallen. „Wir schätzen die Leute sehr vor Ort.“ Trotz des Abschieds freut sich der 44-Jährige auf die Aufgabe an der Schule: „Mein Herz schlägt für die Pädagogik.“

Wohnsituation nicht ideal 

Die Wohnsituation vor Ort sei kein gewichtiger Grund für die Entscheidung gewesen. Wie berichtet, wohnte Pfarrer Bachmann wegen des schlechten Zustandes nicht im Pfarrhaus, in dem sich auch Pfarrbüro und Gemeinderäume befinden. „Wir wussten, als ich die Stelle angetreten habe, dass es keine bezugsfertige Wohnung gibt“, sagte Bachmann. Also sei man als Zwischenlösung in eine andere Wohnung an der Posthofstraße gezogen. Diese Übergangslösung sei aber belastend gewesen. Schließlich habe man sich die Frage stellen müssen, ob man in die Wohnung investieren wolle, oder auf eine neue Pfarrwohnung warten sollte. Im März 2014 zog Bachmann deshalb mit seiner Frau nach Kassel in eine Wohnung. Für Notfälle blieb eine Schlafcouch im Pfarrhaus.

Wie die Nachfolge geklärt wird, steht noch nicht fest. Vorerst wird er durch Pfarrer Bernd Knobel und Torsten Eisenträger vertreten.

Von Max Holscher

Am 14. September um 14 Uhr findet dann sein Verabschiedungsgottesdienst in Heina statt. 

Quelle: HNA

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