Der Pfarrer im Wohnwagen: Helge Hofmann betreut Altmorschen, Eubach und Heina

Mobiles Heim: Sein Dach überm Kopf hat Helge Hofmann fürs erste selbst mitgebracht. Die Pfarrwohnung im neuen Gemeindezentrum ist noch nicht bezugsfertig. Foto: Kamisli

Morschen. Fertige Ziele und Konzepte hat Helge Hofmann nicht mitgebracht, dafür aber seinen Wohnwagen. Der 54-Jährige ist der neue Pfarrer für die Kirchengemeinden Altmorschen, Eubach und Heina.

Weil das neue Pfarrhaus noch nicht fertig und das alte nicht bewohnbar ist, wird er vorrübergehend im mobilen Heim wohnen. Helge Hofmann nimmt es mit Humor.

Eine Eigenschaft, die ihm auch für seine Arbeit wichtig ist: „Es muss immer auch eine Gelegenheit zum Lachen geben.“

Neben Humor bringe er ganz viel Offenheit mit in seine neuen Kirchengemeinden. „Wenn man niemanden kennt, kann man nicht mit fertigen Konzepten kommen“, sagt der 54-Jährige. Außerdem wolle er sich auf die Menschen einlassen und mit ihnen gemeinsam gestalten. „Ich verstehe mich als Teamplayer. Ich brauche die Menschen, um etwas bewegen zu können.“

Und zwar alle Menschen. Im Gespräch wird schnell klar, dass Helge Hofmann nicht nur die meint, die regelmäßig den Gottesdienst besuchen oder sich in der Gemeinde engagieren. Ihm sind alle gleich wichtig. „Ich will da sein für die Menschen und zwar für alle und in allen Situationen“, sagt der Vater dreier Kinder und Großvater. Er möchte, dass die Gemeindemitglieder sehen, dass Kirche nicht nur Gottesdienst ist. Sondern dass Kirche viele wertvolle Aufgaben für die Gemeinschaft leiste und in vielen Bereichen des Alltags präsent sei - zum Beispiel in der Erziehungsarbeit in den Kindergärten und in der Pflegearbeit der Diakoniestationen.

18 Jahre war er in Eschwege Pfarrer, davor acht Jahre in Fuldatal-Rothwesten. Jetzt wollte er vor noch einmal was neues wagen.

„Es ist der richtige Zeitpunkt, denn ich möchte an meiner neuen Stelle ja auch Zeit haben, etwas zu bewegen“, sagt Hofmann. Er sagt, dass er viel Erfahrung mitbringe, besonders in der Familienarbeit und im Bereich der Bildungsreisen. Aber er sagt auch: „Wer weiß, ob das hier überhaupt gefragt ist. Wenn nicht, dann kommt eben etwas Neues.“ Offenheit und Toleranz - das seien die Stichworte, unter denen er seine neue Stelle antritt. Er möchte seine Gemeindemitglieder über die persönliche Begegnung erreichen.

Privates und Berufliches lasse sich dabei nicht immer so strikt trennen. „Aber das liegt ja in der Natur des Pfarramtes“, sagt Hofmann, der aus Treysa stammt und in Marburg Evangelische Theologie studiert hat. Trotzdem versuche er, sich kleine Oasen im Alltag zu schaffen, um zu entspannen.

In die neue Pfarrwohnung wird auch Helge Hofmanns Frau miteinziehen. Sie ist Musiklehrerin in Witzenhausen und Eschwege.

Bis die Wohnung fertig ist, wird Hofmann während der Woche meist von Dienstag bis Donnerstag in Altmorschen anzutreffen sein. Zu erreichen ist er in dieser Zeit unter der Tel. 05664/238 (Anrufbeantworter) in der übrigen auch per E-Mail: pfarramt.altmorschen@ekkw.de •Einführungsgottesdienst mit Dekan Norbert Mecke: Sonntag, 16. August, 14 Uhr, Klosterkirche von Altmorschen.

Quelle: HNA

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