Pfarrerin Britta Holk-Gerstung verlässt Kirchengemeinde Steinatal

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Abschiedsgeschenk: Ein mutmachendes Plakat überreicht der Kirchenvorstand an Britta Holk-Gerstung.

Trutzhain. Vor genau fünf Jahren, im Sommer 2009, zog Britta Holk-Gerstung im Pfarrhaus in Trutzhain ein: Dort zieht die 50-Jährige aktuell auf eigenen Wunsch aus. Die Pfarrerin betreute mit einer halben Stelle die Gemeinde Steinatal, zusätzlich mit einer halben Schulpfarrstelle die Melanchthonschule.

Zuvor war Britta Holk-Gerstung 16 Jahre lang Gemeindepfarrerin in Wolfershausen, einem Stadtteil von Felsberg, gewesen.

„Nach einer Trennung habe ich mich entschieden, zu gehen - und ich freue mich auf die neue Stelle“, sagt die 50-Jährige, die künftig in Volkmarsen tätig sein wird. Schade sei, dass sie jetzt gehe: „Ich hatte mir Vertrauen erarbeitet und einen sehr fleißigen Kirchenvorstand im Rücken.“ Die Stellenkombination von Gemeinde und Schule beschreibt sie als problematisch.

„Ich habe immer gern unterrichtet, aber ich konnte nie wirklich den nötigen Schwerpunkt auf die Arbeit legen“, sagt sie. Künftig wird es diese Kombination nicht mehr geben: Geplant ist eine halbe Gemeindepfarrstelle und eine separate halbe Schulpfarrstelle. Besonders warmherzig sei sie vor fünf Jahren in Steina aufgenommen worden, erklärt Holk-Gerstung: „Ich hatte sogar das Angebot, mal in Schwälmer Tracht gekleidet zu werden.“

Ursprünglich sei ihr Plan gewesen, zehn Jahre in der Schwalm zu bleiben. „Ich hatte Trutzhain als Heimat akzeptiert.“

Jetzt wolle sie jedoch „lieber dem Ruf des Lebens“ folgen, „nicht erstarren“. Sicher sei der Auszug schwierig, ein Neuanfang aber nötig. In der Kirchengemeinde Steinatal habe sie in ihrer Dienstzeit vieles verändern können. „Bautechnische Details sind mein Ding“, erklärt die 50-Jährige.

In Trutzhain gab es eine neue Altargestaltung mit Tüchern, eine neue Bestuhlung, die Fenster wurden ausgetauscht. Für Steina wurde ein neues Altarkreuz angeschafft. „Ich möchte, dass die Menschen die Kirche als ihr eigenes Haus wertschätzen, darin gut leben und feiern können“, sagt die Pfarrerin.

Auch beim Rhythmus der Gottesdienste in den Orten der Gemeinde hat Holk-Gerstung etwas verändert - von wöchentlich auf 14-tägig. Eine tolle Beziehung habe sich zur katholischen Kirche in Trutzhain, insbesondere zu Gabi Döll entwickelt.

Ganz selbstverständlich sei sie zu Feiern, etwa zum katholischen Karneval, gegangen: „Und ich habe gefühlt, dass ich da auch hin gehört habe.“ Gerade in den vergangenen Wochen habe sich gezeigt, wie das Vertrauensverhältnis zu Gemeindegliedern in den Jahren gewachsen sei: „Es gab Anrufer, die mir sagen wollten, dass ich immer ein offenes Ohr gehabt hätte - und dass sie das jetzt auch für mich hätten.“

Die Schwälmer habe sie als traditionsbewusst, bedächtig, aber auch konsequent erlebt, sagt die 50-Jährige. „Und ich freue mich, dass ich noch zwei Frauen kenne, die Tracht tragen.“ In Volkmarsen wird Britta Holk-Gerstung für einen Ort mit 1600 Gemeindegliedern zuständig sein. Ihr obliegt auch die Verwaltung verschiedener Einrichtungen, etwa dem Bathildisheim. „Familiäre und freundschaftliche Bezüge in die Schwalm werden bleiben“, erklärt sie.

Auf dem Plakat, dass der Kirchenvorstand ihr zum Abschied geschenkt hat, steht „nur Mut“. „Den habe ich“, sagt die Pfarrerin.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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