Die Orgel der Kirche in Hebel wird gereinigt – Kosten für Säuberung und Umbau betragen 30 000 Euro

Die Pfeifen pfeifen nicht mehr

Ausgeschlachtet: Pfarrerin Sabine Koch vor der Orgel in der Kirche in Hebel, deren Pfeifen gereinigt werden. Foto: Nieswandt

Hebel. Wenn sie ertönt, schallt es in der ganzen Kirche: die Orgel. Mit vielen Pfeifen gibt sie den Ton an. In der Kirche in Hebel fehlen momentan genau diese Pfeifen. Das imposante Instrument besteht nur noch aus einem Holzgerüst, sogar der große Blasebalg, der die Luft in die Pfeifen bringt und so für den Klang sorgt, ist verschwunden.

„Wir lassen die Pfeifen bei einem Orgelbauer reinigen, damit sie wieder voller klingen“, erklärt Pfarrerin Sabine Koch. Die Pfeifen sind oben offen, sodass Staub hineinfällt. Außerdem wurden Schimmelsporen gefunden. Um diese vollständig zu entfernen, werden die bis zu 1,80 Meter langen Pfeifen in der Orgelbauwerkstatt Rotenburg von Orgelbaumeister Peter Korzeluh in einer speziellen chemischen Lösung gebadet.

Dabei ist Vorsicht geboten: Jede der 1100 Pfeifen in der Hebeler Orgel bekommt einen anderen Klang, wenn sie zu hart angefasst wird.

„Wir haben im Oktober vergangenen Jahres damit begonnen, die Pfeifen auszubauen, bis Ostern sollen sie alle wieder eingebaut sein“, sagt Koch. Vor 40 Jahren seien beschädigte Exemplare schon einmal ausgetauscht und gereinigt worden, seitdem sei keine mehr kaputt gegangen.

„Für mich fühlt es sich nach Heimat an, wenn die Orgel erklingt.“

Durch die Behandlung sollen die Pfeifen haltbarer werden. Die Kosten für die Reinigung und den Neueinbau einer Wand, die versetzt wurde, um besser an das Innere der Orgel heranzukommen, betragen 30 000 Euro.

Der Förderkreis für die Kirche in Hebel stellt gemeinsam mit der Gemeinde und Spenden 10 000 Euro bereit. Das restliche Geld kommt zu gleichen Teilen vom Kirchenkreis und der Gemeinde Wabern.

Dass die Pfeifen auch gut aussehen, zeigt eine Spendenaktion. Überzählige Pfeifen wurden bemalt und für eine Spende abgegeben, im Ort kann man sie in vielen Gärten bewundern. Daran ist zu sehen, dass die Einwohner von Hebel eine innige Verbindung zu ihrer Kirche haben. „Wir haben alle Renovierungsaktionen publik gemacht und das Dorf aktiv daran teilnehmen lassen“, sagt die Pfarrerin. Für jeden Kirchengänger fehle etwas, wenn die Noeske-Orgel keinen Ton von sich gibt.

„Für mich fühlt es sich nach Heimat an, wenn ich in die Kirche einziehe, während die Orgel erklingt“, sagt Koch nachdenklich. Der Klang ist auch ein ganz besonderer. Die Orgel besitzt Zungenstimmen, also Trompeten, die per Pedal einen mächtigen Laut erzeugen. Im April soll es ein Konzert zur Heimkehr der Pfeifen geben. Dann werden sie wieder das tun, was sie am besten können: Pfeifen.

Quelle: HNA

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