Bald soll es keine Misstöne mehr geben

Pfeifen suchen Paten - Dorlaer Instrument wird restauriert

Freude über die Unterstützung: Vorne von links Dr. Thomas Wurzel, Birgit Nocht, Professor Dr. Gerd Weiß, hinten von links Organistin Damaris Peter, Claudia Giehl, Bernd Siebert, Dr. Bernhard Buchstab, Jürgen Bubenhagen, Jörn Kring, Frank Börner, Dr. Karsten Heyner und Margot Colmorgen Foto: Zerhau

Dorla. Die Orgel in Dorla ist verstimmt, so besteht seit 2008 der Wunsch, das Rokoko-Instrument restaurieren zu lassen. Bei der Orgel aus dem 18. Jahrhundert müssen zudem Teile, unter anderem aus Leder, ausgetauscht werden. Jetzt sind die Weichen für die Restaurierung gestellt.

Bei einem Ortstermin in der Kirche in Dorla wurden die finanziellen Zusagen über jeweils 5500 Euro von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und vom Landesamt für Denkmalpflege überreicht. Ihre Vertreter, Dr. Thomas Wurzel und Professor Dr. Gerd Weiß, überreichten das Geld symbolisch an Pfarrerin Birgit Nocht.

Für die Klanglandschaft

Jeweils 20 000 Euro Unterstützung kommen vom Kirchenkreis Fritzlar-Homberg sowie von der Landeskirche von Kurhessen-Waldeck. Die restlichen 13 000 Euro muss die Kirchengemeinde Dorla tragen.

Um diesen Betrag aufbringen zu können, hat sich die Kirchengemeinde etwas einfallen lassen und bietet eine Orgelpfeifen-Patenschaft an. Pro Pfeife beträgt der Mindestbetrag 50 Euro. Die Patenschaften können auch zu Weihnachten und anderen Anlässen verschenkt werden.

Man müsse die Klanglandschaft der Orgeln erhalten, sagte Denkmalpfleger Weiß. Ein verlässlicher Partner für die Finanzierung sei die Sparkassen-Kulturstiftung. Pro Jahr seien insgesamt 100 000 Euro dafür vorgesehen.

Dr. Thomas Wurzel (Sparkassenstiftung) sagte, die Kirche sei ein wesentlicher Bestandteil der Kultur. Mit der Förderung werde das Engagement der Kirchengemeinde Dorla vor Ort anerkannt.

Dr. Bernhard Buchstab, Orgelsachverständiger und Konservator im Landesamt für Denkmalpflege, erklärte, dass die Orgel in der Dorlaer Kirche bis auf die Balganlage, die verändert wurde, noch fast vollständig erhalten sei. Die Orgel bezeichnete er als Gesamtkunstwerk, an dem zuletzt vor 30 Jahren gearbeitet wurde.

Gudensbergs Bürgermeister Frank Börner zeigte sich erfreut über die finanzielle Unterstützung. Er sagte, dass die Kirche der Mittelpunkt in jedem Ort sei, nicht nur geografisch. Erfreulich sei auch, dass es im kommenden Jahr bei der 975-Jahr-Feier von Dorla keine Misstöne mehr vom alten Instrument geben werde. Laut Pfarrerin Birgit Nocht wird die Firma Mebold aus Siegen noch im Herbst mit den Arbeiten beginnen.

Von Peter Zerhau

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Quelle: HNA

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