Rosemarie Ilg und Roswitha Schuster sind mit ihren Retriever-Hündinnen erfolgreich

Sie pfeifen, wo’s lang geht

Diese Ladys gehören zur Familie: Roswitha Schuster (links, 55) und Rosemarie Ilg (62) mit ihren Hündinnen Sivage Run Buxom und Tauvechan Rocket Rain. Foto: Rose

Gilserberg. Die Hohe Warte zwischen Gilserberg und Lischeid ist in Frauenhand. Gleich vier Damen bewohnen das außergewöhnliche Haus mit Geschichte: Roswitha Schubert (55), Rosemarie Ilg (62) und die Retriever-Hündinnen Sivage Run Buxom und Tauvechan Rocket Rain. Mit ihren Hunden haben die Gilserbergerinnen schon etliche Preise gewonnen. Im vergangenen Jahr siegte Hündin Rain beim German Cup – den deutschen Meisterschaften – und quailifizierte sich für den europäischen Entscheid, wo sie Platz drei errang.

„Der so genannte Working Test mit verschiedenen Prüfungen dauert zwei Tage“, erläutert die 62-jährige Rosemarie Ilg. Dabei werde eine Jagd simuliert, bei der der Hund einen Dummy, eine Attrappe, aufspüren muss. Die Suche erstreckt sich über eine Distanz von 300 bis 400 Meter und verlangt vom Hund ein hohes Maß an Gehorsam ab.

Pfiffe und Handzeichen

Schuster und Ilg trainieren ihre Hunde über Pfiffe und Handzeichen. „Hunde müssen gehorsam sein. Schließlich kann von ihnen auch eine Gefahr ausgehen – allerdings ist die durch den Mensch bedingt und nicht durch sie selbst“, sind sich die Frauen einig.

Der Ursprung der Retrieverzucht liegt in England, wo die Tiere überwiegend zur Jagd ausgebildet wurden. „Deshalb ist Retrievern ein normaler Spaziergang langweilig. Sie wollen nicht nur körperlich in Bewegung kommen, sondern auch geistig“, erklärt Roswitha Schuster. Das Training setzt jedoch viel Platz voraus: „Auf dem Hundeplatz Runden zu drehen, ist unseren Hunden zu wenig“, sagt Ilg.

„Retriever wollen nicht nur körperlich, sondern auch geistig in Bewegung kommen.“

Roswitha Schuster und Rosemarie Ilg

Vom Namen Retriever lässt sich das englische Verb „to retrieve“ ableiten, was übersetzt zurück bringen heißt. Die Arbeit mit und für den Menschen liegt in der Natur der Tiere. „Die Hunde wollen ausgelastet sein. Für sie gibt es nichts Schlimmeres als langweilige Menschen“, erklärt Schuster. Im Haus Hohe Warte gehören die beiden Ladys zur Familie. Und seit kurzem auch ein Wurf Jungtiere. Einen Welpen wollen Schuster und Ilg behalten. Für Trainings sind die Vier schon in viele Länder gereist. In Belgien und Frankreich knüpften die Gilserbergerinnen Kontakte zu anderen Retriever-Freunden. Mit ihnen teilen sie die Meinung, die Tiere allein über Körpersprache zu führen. „Wir quatschen nicht dauernd mit unseren Hunden“, erklärt Ilg. Darüber sind Menschen, die ihnen begegnen, oft erstaunt – und überrascht, dass die Hunde so gut hören.

„Manches Mal hätten wir einen Hut hinlegen können, so viele haben uns zugeschaut“, erinnert sich Schuster. Wichtig für die Motivation ist die Belohnung. „Das geht über verbales oder nonverbales Lob“, erklären die Frauen. Rosemarie Ilg nennt das Prinzip: „Fröhlich zum Erfolg.“

Selbständig bleiben

Einen Trainigsplan verfolgen die Gilserbergerinnen nicht. Trotz allen Gehorsams solle nie die Abhängigkeit der Hunde gegenüber dem Menschen im Vordergrund stehen. „Hunde liebe Rituale. Aber uns ist wichtig, dass unsere Tiere selbständige Wesen bleiben.“ Artikel rechts

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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