Pferde-Herpes: Noch keine Fälle im Kreis

Wolfhager Land. Im Nachbarland Niedersachsen sind bereits mehrere Pferde befallen, ein Tier ist an den Folgen der Krankheit gestorben: das Equine Herpesvirus (EHN1) grassiert. Auch Pferdebesitzer und Reiterhöfe aus der Region Kassel sind in Sorge.

Obwohl das Thema intensiv diskutiert werde, sei im Landkreis Kassel noch kein Fall der Krankheit bekannt geworden, sagt Kreissprecher Harald Kühlborn.

Dies sei jedoch keine Garantie, weil es sich bei dem Pferde-Herpes nicht um eine meldepflichtige Krankheit handele.

Deshalb ist auch nicht klar wie viele Tiere in Niedersachsen erkrankt waren oder es noch sind, sagt die Sprecherin der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo), Sonja von Brethorst. Anfang Juni allerdings seien in der TiHo alle vier Isolationsboxen mit herpesinfizierten Pferden belegt gewesen. Eine nicht geimpfte 16-jährige Stute starb.

Die Situation habe sich allerdings entspannt, die Isolationsboxen seien wieder frei. Trotzdem warnt die TiHo auf ihrer Internetseite vor dem Virus, rät zur Impfung und bei Verdacht zur sofortigen Isolation der Tiere.

In der Tierklinik in Kaufungen ist den Pferde-Fachärzten aktuell kein Fall von Herpes bekannt. Allerdings sei die Krankheit in den vergangenen Jahren in und um Kassel immer wieder ausgebrochen, so Klinikchef Dr. Wolfgang Kähn. Das Pferde-Herpes dürfe man nicht verharmlosen. In jüngster Zeit habe es unter Pferdebesitzern mehr Diskussionen zum Thema und eine erhöhte Nachfrage nach Impfungen gegeben.

Pferde impfen

Kähn rät dazu, Pferde impfen zu lassen, vor allem die, die mit anderen Pferden in Kontakt kommen können, etwa auf Reiterhöfen, bei Turnieren oder in Zuchtbetrieben. Die Impfung muss jedes halbe Jahr aufgefrischt werden. Einen hundertprozentigen Schutz gegen das Virus, das für die Tiere auch tödlich sein kann, bietet sie allerdings nicht.

Von Bea Ricken und Axel Gödecke

Quelle: HNA

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