Freilandhaltung

Veterinäramt: Pferde stört Kälte nicht - keine Tierquälerei

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Putzmunter: Die Pferde der Reitanlage Reitze-Scheuermann in Ehlen haben beim täglichen Auslauf Spaß im Schnee. Aber auch ihre Kollegen in Offenstallhaltung müssen nicht frieren.

Wolfhager Land. Die Wolfhagerin ist ganz aufgeregt. Seit Tagen beobachtet sie Pferde, die Tag und Nacht auf der Weide stehen. Sie hätten zwar Heu zu fressen und einen Unterstand, doch um diese Zeit gehörten Pferde doch in den Stall, sagt sie. Und jetzt soll es auch noch schneien.

Kein Fall für den Tierschutz, sagt Kreissprecher Harald Kühlborn nach Rücksprache mit dem Kreis-Veterinäramt in Wolfhagen. Ganzjährige Freilandhaltung sei sogar besser als Stallhaltung. Pferde hätten einen hohen Frischluftbedarf. Wichtig sei bei der Haltung draußen ein ausreichend großer Unterstand, der das Pferd vor Regen und Schnee schütze. Eine gute Übersicht gebe dem Fluchttier Pferd Sicherheit, erklärt Kühlborn.

Die Tierschutzorganisation PETA gibt Pferdehaltern Tipps für tiergerechte Pferdehaltung im Winter. Sprecherin und Pferdeexpertin Jennifer Hansen: „Gesunde Pferde sind robust und extrem anpassungsfähig. Ihre Wohlfühltemperatur liegt mit etwa sieben Grad trockener Kälte weitaus niedriger als die des Menschen. Weide-Gruppenhaltung im Offenstall ist die optimale Haltungsform für Pferde – auch im Winter.“

Frische Luft, Sonne und Bewegung seien essentiell für die Pferdegesundheit. Auch im Herbst und Winter würden die Tiere ihren Tag am liebsten auf einer Weide mit Offenstall verbringen.

„Der Unterstand muss wind- und witterungsgeschützt stehen und groß genug sein, um einen trockenen Schlafplatz für jedes Tier der Herde zu bieten“, sagt Hansen.

Seien die Weiden im Winter abgegrast, sollte den Tieren Raufutter (Heu) zur Verfügung stehen – regelmäßige Nahrungsaufnahme sei wesentlich für die Funktion des Organismus.

Auch während der kalten Jahreszeit haben Pferde einen hohen Wasserbedarf – sie trinken bis zu 70 Liter am Tag. Die Tränke sollte laut PETA mindestens einmal am Tag kontrolliert werden, da sie bei Minusgraden zufrieren könnte.

Bei feuchter Witterung bilde sich schnell Morast vor der Futterstelle. Um den Tieren eine leichte Nahrungs- beziehungsweise Wasseraufnahme zu ermöglichen, sollten Pferdehalter die Bereiche regelmäßig trockenlegen.

„Das Eindecken von gesunden Pferden ist im Winter generell nicht nötig. Pferde entwickeln in der Offenstallhaltung ein robustes Winterfell, das vor Kälte schützt. Bei dauerhafter Nässe empfiehlt sich eine Regendecke“, erklärt die Pferdeexpertin.

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

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