Betroffene Produkte werden vernichtet

Pferdefleisch: Lebensmittelkontrolleure prüfen Supermärkte

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Unter Verdacht: Das Landeslabor in Kassel untersucht derzeit auch Proben aus dem Landkreis. Verdächtig sind alle Produkte, die Hackfleisch enthalten, wie diese abgebildete Frikadelle.

Schwalm-Eder. Die Lebensmittelkontrolleure im Schwalm-Eder-Kreis haben gut zu tun. Sie haben nicht nur viele Proben an das Landeslabor nach Kassel geschickt. Sie haben auch in den Lebensmittelmärkten überprüft, ob Produkte, die Pferdefleisch enthalten, aus dem Verkehr gezogen sind.

In den Märkten habe es bisher nichts zu beanstanden gegeben, sagt Dr. Peter Urban, Leiter des Fachbereichs Gesundheit und Verbraucherschutz beim Landkreis. Die Überprüfungen seien auch noch nicht abgeschlossen. Es bestehe durchaus die Möglichkeit, dass noch weitere falsch deklarierte Produkte auftauchen.

Essen muss in den Müll

„Die Lebensmittel, die nicht mehr verkehrsfähig sind, müssen aus dem Sortiment entfernt werden. Das heißt, sie werden weggeschmissen und vernichtet“, sagt Urban. Wegen der Möglichkeit, dass Chargen mit Medikamenten belastet seien, dürften diese auch nicht anderweitig abgegeben werden. „Eigentlich ist es ja unbedenklich, Pferdefleisch zu essen.“

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Der wirtschaftliche Schaden sei gering, sagt der Filialleiter eines großen Melsunger Lebensmittelmarktes, der nicht genannt werden möchte. Die Waren würden vom Großhändler ersetzt. Fertigprodukte mit Hackfleisch würden einen unbedeutenden Anteil am Umsatz ausmachen. Schwerer wiege der Imageschaden für die gesamte Lebensmittelindustrie und die betroffenen Supermarktketten. Er stehe schließlich am Ende der Nahrungskette. Das bestätigt Urban: „Der Einzelhändler ist der Gekniffene, er muss sich darauf verlassen, dass die Qualitätskontrollen vorher passiert sind.“

Es würden zwar regelmäßig Lebensmittel untersucht, gerade auch Fertiggerichte, aber eben nicht auf Pferdefleisch. „Wir haben geschaut, ob zum Beispiel Schwein statt Kalb enthalten ist. Auf Pferd ist noch keiner gekommen.“

Auch viele Zwischenbetriebe in der Herstellung hätten den Etikettenschwindel nicht bemerken können. Man müsse demjenigen an den Kragen, der das Pferd gekauft und zu Hackfleisch weiterverarbeitet habe. „Das Hackfleisch unterscheidet sich optisch nicht mehr. Den Unterschied sieht man nicht“, sagt Urban. Häufig würde das Fleisch in tiefgefrorenen großen Blöcken geliefert.

Er vermutet, das die Pferde in großem Stil aufgekauft, geschlachtet und weiterverkauft wurden. Der Verursacher des Skandals habe sich mit diesem Betrug offenbar eine goldene Nase verdient, denn das Ende des Pferdefleischskandals sei seiner Meinung nach noch nicht erreicht.

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Den gesamten Schaden könne man zum Beispiel auch bei der betroffenen Edeka noch nicht abschätzen: „Wir prüfen zurzeit weitere Artikel aus dem Eigenmarkensortiment, bislang liegen keine Hinweise auf vergleichbare Befunde vor“, sagt Sprecher Gernot Kasel. Konkrete Zahlen könne man noch nicht veröffentlichen.

Quelle: HNA

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