Pflege geht durch den Magen

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Hahn im Korb: Albrecht Will leitet und organisiert die Damenrunde, die sich wöchentlich zum Kochen im Wohnbereich 2 trifft.

Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen – dieses Zitat, das auf ein Singspiel aus dem 17. Jahrhundert zurück geht, ist längst zu einem geflügelten Wort geworden.

Steckt doch schließlich viel Wahrheit darin, wie die Bewohner und das Pflegepersonal des Seniorenzentrums Wolfhagen wissen.

„Essen soll nicht nur Verpflegungs- und Sättigungsinhalt sein“, betont Jutta Volkwein, Pflegedienstleiterin Stationäre Pflege, „sondern auch Erlebnis- und Beziehungskultur. Daher gibt es bei uns auch vielfältige Möglichkeiten, die Mahlzeiten zu genießen.“

Drei Menüs täglich zur Wahl

Zum einen wäre da das tägliche Angebot, das Koch Thomas Schäfer frisch zubreitet. Drei verschiedene Menüs stehen Tag für Tag auf dem Programm des erfahrenen Koches, der erst vor kurzen in das Seniorenzentrum Wolfhagen gekommen ist. Zuvor war er 14 Jahre in der Elena Klinik tätig. Eines dieser Menüs ist immer vegetarisch.

Darüber hinaus gibt es eine Wunschspeisekarte, aus der die Bewohner sich gezielt ein Essen wählen können. Bratwurst, Reibekuchen, Omelette oder süßer Reisbrei mit Zucker und Zimt seien sehr beliebt, erzählt Jutta Volkwein.

Für die intern liebevoll genannten „Läufer“ gibt es ein ganz spezielles Angebot, berichtet sie weiter. Dabei handelt es sich um demenziell erkrankte Bewohner, die sehr aktiv sind und sich kaum einmal ruhig für die Dauer einer Mahlzeit hinsetzen können. Für sie gibt es Fingerfood, das im Vorbeigehen gereicht und gegessen werden kann. Messer und Gabel sind für den Verzehr von Frikadellen, kleinen Pizzas, Kräckern, Käse oder Gemüsesticks nicht notwendig.

Bewohner können auch selbst kochen

Jeden Mittwoch hat das Kochstudio im Wohnbereich II geöffnet. Dort befindet sich eine gut ausgestattete Küche, die von den Bewohnern und ihren Angehörigen gerne auch einmal individuell genutzt wird. Mittwochs jedoch treffen sich dort sechs bis acht Bewohner, um gemeinsam ein Mittagsmahl aus den Zutaten zu kochen, welche die Großküche zuvor geliefert hat. Gemüse wird geputzt, geschnippelt und gekocht, Fleisch geschnetzelt und gebraten – ganz nach dem jeweiligen Rezept des Tages.

Fahrbare Küche

Da nicht jeder Bewohner mehr in der Lage ist, am gemeinsamen Kochen teilzuhaben, gibt es im Seniorenzentrum Wolfhagen sogar eine fahrbare Küche. „Damit können wir direkt am Bett des Patienten ein Mahl zubereiten“, erläutert Jutta Volkwein, „sodass er nicht nur ein leckeres Gericht erhält, sondern mit allen Sinnen den Kochvorgang verfolgen und genießen kann.“

Zum Seniorenzentrum gehört ein kleiner Obstgarten, der den Bewohnern nicht nur als beliebter Aufenthaltsort dient. So lecker auch Äpfel und Pflaumen direkt vom Baum gepflückt schmecken – ein frischer, noch warmer Obstkuchen wird von Bewohnern und Betreuern gleichermaßen genossen. Selbstverständlich sind es die Bewohner selbst, die gerne ihre alten Rezepte anwenden und alle an ihrer Backkunst teilhaben lassen. Schon jetzt freuen sich alle auf die Zeit, wenn das Seniorenzentrum wieder vom Duft des frisch gebackenen Kuchens erfüllt ist. (gi)

Sonderseite Stark vor Ort

Quelle: HNA

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