Sechstägige Telefon- und Internetstörung

Pflegedienst war im Notfall nicht erreichbar: Ärger über Telekom im Schwalm-Eder-Kreis

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Kein Telefon, kein Internet: Sechs Tage mussten Marion und Ralf Geisel vom Pflegedienst Geisel auf die Bearbeitung der Störung durch die Telekom warten. 

Frielendorf. Ralf Geisel ist stinksauer auf die Telekom. Gemeinsam mit seiner Frau Marion führt er einen ambulanten Pflegedienst in Großropperhausen. Als Telefon und Internet ausfielen, versprach die Telekom schnelle Hilfe - doch sie kam nicht.

Das Pflegeteam versorgt rund 200 pflegebedürftige Menschen in der Region. Viele sind an ein Hausnotrufsystem angeschlossen.

Freitag stellte das Pflegeteam dann fest, dass weder Telefon noch Internet funktionierten – worauf das Team für den Betrieb absolut angewiesen ist. Die Telekom versprach schnelle Hilfe. Doch diese sollte nicht kommen. Stattdessen begann damit für das Pflegeteam eine schweißtreibende Odyssee durch die Telefonservicecenter der Telekom.

Die Störungsmeldung

Am vergangenen Freitag meldete sich eine Mitarbeiterin des Pflegedienstes um 8.30 Uhr bei der Störungsstelle der Telekom, da weder Telefon noch Internet funktionierten. Da keine Rückmeldung kam, rief die Mitarbeiterin erneut um 13.10 Uhr bei der Telekom an. Dabei teilte man ihr mit, dass die Störung in Bearbeitung sei. Daraufhin folgten bis zum Montag keine weiteren Reaktionen vonseiten der Telekom.

Der Reparaturservice

Da das Pflegeteam Geisel Geschäftskunde der Telekom ist, muss eine Störung eigentlich innerhalb von acht Stunden wieder in Ordnung gebracht werden. „Wir zahlen mehr als 800 Euro für Telefon und Internet pro Monat an die Telekom, dazu kommen 75 Euro für Instandsetzung, was auch den Acht-Stunden-Service einschließt“, ärgert sich Ralf Geisel.

Die Warteschleife

Am vergangenen Montag versuchte das Pflegeteam erneut, die Telekom zu erreichen. Nach unzähligen Telefonaten mit der Servicehotline, wurde Geisel dann am Nachmittag mitgeteilt, dass der Techniker bis 16 Uhr vor Ort sei. Passiert ist dann wieder nichts. Am Dienstag wurde dem Pflegeteam mitgeteilt, dass der Router ausgetauscht werden müsse. Dieser sei bestellt und würde noch heute geliefert werden. Am Mittwochnachmittag erschien dann auch ein Techniker. Ein kaputtes Netzteil am Router hatte die Störung ausgelöst.

Der Schaden

Bis zur Reparatur war das Pflegeteam sechs Tage ohne Telefon- und Internetverbindung. Die Kunden konnten den Pflegedienst in dieser Zeit nur über eine unstabile Handyumleitung erreichen. „Das ist seit Januar die dritte Störung. Der Schaden, der uns dadurch entsteht, ist immens“, sagt Geisel.

Denn viele Aufgaben des Pflegedienstes sind nur online zu bearbeiten. Zum Beispiel schicken die Hausärzte Medikamentenpläne für ihre Patienten online an das Pflegeteam, ebenso, wenn sich in der Medikamentengabe Veränderungen auftun. „Das war leider bei zwei Kunden der Fall“, so Geisel. Wegen der Störung konnte das Pflegeteam diese Änderungen nicht erfassen. „Zum Glück handelte es sich nicht um Medikamente, die den Patienten geschadet hätten“, ist Geisel erleichtert. Er überlegt nun, rechtlich gegen die Telekom vorzugehen. 

„Neue Telefonanlage ist Schuld gewesen“

Die Telekom teilte auf Anfrage mit, dass die Störung auf eine neue Telefonanlage zurückgehe, die das Pflegeteam am 4. Juli gekauft habe. Auch der Router sei ausgetauscht worden, allerdings ohne Installationsservice durch die Telekom. Der Techniker habe aber gestern vor Ort die Einrichtung vornehmen können, so Pressesprecher Dirk Wende. Dieser Darstellung widerspricht Geisel entschieden. „Das stimmt nicht. Wir haben die Telefonanlage bereits im vergangenen Jahr gekauft und installiert. Wir haben am 4. Juli drei weitere Telefone bestellt, die aber bis heute noch gar nicht geliefert wurden. Grund der Störung war ein kaputtes Netzteil am Router, dass vom Techniker ausgetauscht wurde, woraufhin wieder alles funktionierte. 

Quelle: HNA

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