Im Pflegefall: Mehr Menschen brauchen Beratung

Die Zahl der Pflegebedürftigen wächst: Rechzeitige Beratung für sie und ihre Angehörigen ist wichtig. das übernimmt seit fünf Jahren der Pflegestützpunkt im Landkreis Schwalm-Eder. Foto: Archiv

Schwalm-Eder. Für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen gibt es im Landkreis eine zentrale Anlaufstelle: den Pflegestützpunkt Schwalm-Eder. Dort werden sie kostenlos und unabhängig beraten.

Vor fünf Jahren wurde der Pflegestützpunkt als erster seiner Art in Nordhessen eröffnet. Am Dienstag haben die Träger - die Kreisverwaltung und die AOK im Auftrag der hessischen Pflegekassen - eine Bilanz gezogen.

„Ich habe nicht gedacht, dass es eine solche Erfolgsgeschichte wird. Der Pflegestützpunkt hat sich hervorragend entwickelt“, sagt Landrat Winfried Becker. 250 ausführliche Beratungsgespräche führen Norwin Baha von der AOK und Sonja Weidel vom Landkreis im Schnitt jedes Jahr. Tendenz steigend.

Landrat Winfried Becker sieht für die zunehmende Nachfrage zwei Gründe. Zum einen würden die Menschen im Kreis immer älter. Somit steige auch der Bedarf an Pflege. Zum anderen würden sich mehr Menschen mit diesem Thema auseinandersetzen.

7800 Menschen im Landkreis waren nach Angaben von Norwin Baha im Jahr 2013 auf Pflege angewiesen. Viele Angehörige meldeten sich jedoch erst beim Pflegestützpunkt, wenn „das Kind schon in den Brunnen gefallen ist“ und der Patient etwa kurz vor der Entlassung aus dem Krankenhaus steht. „Wir würden uns wünschen, dass sich die Betroffenen schon früher melden“, betont Baha. Erst recht, weil die Fälle immer komplexer würden. In der Regel bliebe es nicht bei einer einmaligen Beratung.

Der gestiegenen Nachfrage und dem erhöhten Aufwand möchte Landrat Winfried Becker Rechnung tragen. „Der politische Wille ist eindeutig. Wir wollen die Arbeit des Pflegestützpunktes ausbauen“, erklärte Becker. So könnte im Kreishaushalt 2017 eine weitere Stelle für die Einrichtung geschaffen werden.

Hintergrund 

Der Pflegestützpunkt Schwalm-Eder wurde 2010 als erster in Nordhessen eröffnet. Die meisten Anfragen (88 Prozent) erreichen die Berater über das Telefon. Dreiviertel der Anfragen werden von Angehörigen gestellt, Betroffene melden sich in elf Prozent der Fälle, den Rest machen Anfragen von Kassen und Sozialverbänden aus.

Im Pflegestützpunkt kümmert sich Norwin Baha (AOK) um die Pflegeberatung, für die Sozialberatung ist Sonja Weidel (Landkreis) zuständig.

Beratungszeiten: mittwochs 9 bis 12 Uhr, donnerstags 14 bis 17 Uhr.

Kontakt: 05681/775251. Mail an info@pflegestuetzpunkt-schwalm-eder.de

Quelle: HNA

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