Rückgang bei offenen Stellen, Situation im Altkreis noch gut

Pflegeheimen droht Mangel an Fachkräften

Wolfhager Land. Auch für die Pflegeheime im Wolfhager Land wird es immer schwieriger, ihren Bedarf an Fachkräften zu sichern. Die Folge: In einigen Einrichtungen liegt man nur wenige Prozent über der vorgeschriebenen 50-Prozent-Quote.

Das Regierungspräsidium Gießen hatte gemeldet, dass die Fachkräftequote in hessischen Senioren- und Behindertenheimen rückläufig ist. Nur 67 Prozent erfüllten die Vorgabe, 2010 seien es 75 Prozent gewesen. Auch im Wolfhager Land fehlen Pflegefachkräfte: 36 offene Stellen im Pflegebereich hat die Geschäftsstelle Wolfhagen der Arbeitsagentur Kassel registriert. Dies ist ein Rückgang um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert, sagt Sprecherin Silke Sennhenn. „Der Fachkräftemangel ist auf jeden Fall da und wird auch zunehmen, da ein großer Schwung Mitarbeiter in Rente geht und nur wenig Jüngere nachrücken.“

Durch spezielle Anforderungen im Pflegebereich passe auch nicht jeder Bewerber auf jede Stelle. Die Agentur habe spezielle Programme entwickelt, um die Arbeitgeber bei der Suche nach Fachkräften zu unterstützen, sagt Sennhenn. Diese Entwicklung spüren auch die Einrichtungen: Beim ASB Wohnen und Pflege in Bad Emstal liegt laut Leiterin Kornelia Strohm der Anteil der Fachkräfte bei 56 Prozent. Sie sagt aber auch: „Wir merken, dass das auf uns zukommt. Es wird zunehmend schwieriger, Fachkräfte zu bekommen, gerade im Pflegebereich.“ Viele Azubis kämen durch Mund-zu-Mund-Propaganda zu ihnen, was für das Haus spreche, sagt Strohm.

Bei der Evangelischen Altenhilfe Gesundbrunnen habe man bisher kein Problem und liege über der Quote von 50 Prozent, sagt Betriebsleiter Daniel Schäfer. Es sei aber schwierig geworden, weil im Pflegebereich viele junge Fachkräfte nur kurze Stehzeiten hätten und bei besseren Angeboten wechseln würden.

Von Göran Gehlen und Nicolai Ulbrich

Quelle: HNA

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