Betriebsrat neu gewählt

Asklepios-Kliniken Schwalm-Eder: Pflegepersonal arbeitet am Limit

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Sie kämpfen für eine gute Pflege: Der Betriebsrat der Asklepios Schwalm-Eder-Kliniken. Rechts Vorsitzender Klaus Bölling.  

Schwalm-Eder. Klaus Bölling bleibt Vorsitzender des Betriebsrats der Asklepios Schwalm-Eder-Kliniken, der massiv eine zu geringe Entlohnung und ständige Überlastung der Pflegekräfte kritisiert.

Der Betriebsrat vertritt aktuell 793 Beschäftigte in den Kliniken Schwalmstadt und Melsungen sowie in den Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) in Neukirchen und Homberg. In seiner ersten Sitzung hat der neu gewählte Betriebsrat Klaus Bölling als Vorsitzenden bestätigt, teilt das Gremium mit.

Harsche Kritik übt die Betriebsgruppe der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi an der Überlastung des Personals an den beiden Kliniken. Trotz Personalsuche im Ausland und Beschäftigung teurer Leiharbeitskräfte von Agenturen könnten offene Stellen oft nicht besetzt werden, heißt es in einer Pressemitteilung.

Nach Auffassung der Gewerkschaft würden zu wenige examinierte Pflegekräfte eingesetzt. Dies führe auch bei einer regulären Besetzung zur Überlastung. Dienstpläne würden durch „Holen aus dem Frei“ ständig geändert, Überstunden könnten nicht abgebaut werden. Zur hohen Belastung der Beschäftigten komme die schlechte Bezahlung, kritisiert die Verdi-Betriebsgruppe. Asklepios verweigere beharrlich einen Tarifvertrag mit der Gewerkschaft Verdi, die viele Mitglieder in den Asklepios Schwalm-Eder-Kliniken vertritt.

Die Verweigerung des Tarifvertrags sei auch ein Zeichen der mangelnden Wertschätzung. Für die Beschäftigten führe dies zu Lohnverlusten von monatlich 300 bis 600 Euro brutto und mehr bei examinierten Gesundheits- und Krankenpflegekräften im Vergleich zu benachbarten Kliniken, die den Tarifvertrag des Öffentlichen Dienstes anwenden oder auf dessen Niveau bezahlen. „So sind die Asklepios Schwalm-Eder-Kliniken zurzeit auf dem Personalmarkt nicht konkurrenzfähig“, kritisiert die Gewerkschaft. Immer wieder würden auch langjährige und erfahrene Pflegekräfte die Kliniken verlassen. 

Quelle: HNA

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