Über 345 Kilometer für den Klimaschutz

Pilgern für die Umwelt: Christen wandern durch die Schwalm bis Bonn 

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Sie laden gemeinsam den E-Golf am Paradeplatz in Ziegenhain auf: Pilgerkoordinator Gerhard Kuntz, Fahrer des E-Golfs Helmut Brenzel sowie Klimaschutzbeauftragter der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck Stefan Weiß (von links).

Schwalmstadt. Im Zeichen des Klimaschutzes und anlässlich des Reformationsjubiläums dieses Jahr wandert eine Pilgergruppe von der Wartburg bis nach Bonn.

Am 23.Oktober war Ziegenhain ihr gemeinsames Ziel, nachdem sie am frühen Morgen in Homberg losgewandert sind. Begleitet wird die Pilgergruppe in Nordhessen von einem Elektrofahrzeug, bereitgestellt von EAM.

Das Motto des 2. Ökumenischen Pilgerwegs ist dieses Jahr „Geht doch weiter“. Die Pilger wollen ein Zeichen für Klimagerechtigkeit und nachhaltige Energien setzen.

Losgelaufen ist die Pilgergruppe am 18. Oktober auf der Wartburg in Thüringen und Ziel ist es, am Sonntag, 5. November in Bonn anzukommen. An ihrem Zielort wollen sie symbolisch rechtzeitig zur dort tagenden UN-Klimakonferenz einlaufen. Die Pilger erhoffen sich einen großen Erfolg mit ihrer gemeinsamen Tour, die durch die deutschen Mittelgebirge verläuft. Hierbei werden auch der Elisabethpfad, Jakobswege und alte Römerstraßen bewandert, um auf historisch geprägten Wegen zu gehen.

Die Pilger legen am Tag durchschnittlich 25 Kilometer zurück und kehren abends in Häuser von Privatleuten ein. Die Übernachtungsmöglichkeiten werden von Gemeinden und Gruppen organisiert und sind bewusst recht einfach gehalten.

Am Montagabend erreichte die Pilgergruppe den Ziegenhainer Paradeplatz. Dort angekommen wurde das umweltfreundliche Begleitfahrzeug aufgeladen. Erschöpft aber glücklich berichtete Gerhard Kuntz, der als Koordinator der Pilgerreise dabei ist von seiner Faszination des Pilgerns: „Das Pilgerleben ist anstrengend, wir übernachten meistens auf Isomatten in den Gästezimmern unserer Gastgeber. Am Tag müssen wir über 20 Kilometer zurücklegen, um es rechtzeitig nach Bonn zu schaffen.“

Seine Begeisterung am Pilgern schöpft er aus der Schönheit der Natur, durch die sich die Pilgergruppe hindurch bewegt. Das Fachwerk in Nordhessen ist dem Schwaben besonders aufgefallen und gefällt ihm sehr gut. Die Kirchen seien alle sehr individuell und gepflegt, sagt er.

Stefan Weiß kam ebenfalls am Montagabend in Ziegenhain an. Er leitete die Pilgergruppe von rund 30 Personen über den Pilgerweg als Umweltbeauftragter der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck: „Besonders wichtig sind die vielen Gespräche, die wir auf unserem Pilgerweg mit den Menschen führen. Unser Lebensstil muss nachhaltiger werden, damit folgende Generation auch noch gut auf unserer Erde leben können“.

Helmut Brenzel aus Ziegenhain begleitet als Fahrer des E-Fahrzeugs der Firma EAM die Gruppe durch Nordhessen, als Ortskundiger. Für ihn ist es ein besonders Anliegen etwas zur Pilgerreise beizutragen.

Für ihn ist es weiterhin eine tolle Erfahrung ein Elektrofahrzeug selbst einmal fahren zu können, verbunden mit einer Aktion, die vom christlichen Glauben geleitet wird.

Unterwegs nehmen die Pilger an Gottesdiensten teil und besuchen Orte, an denen besonders nachhaltige Umweltkonzepte zu finden sind.

Quelle: HNA

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