Buntes an den Rändern

Pilotprojekt von Südzucker und Rübenbauern: Blühende Flächen an den Feldern

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Ein blühender Streifen am Rübenfeld: Südzucker präsentiert bei Udenborn das Pilotprojekt; von links Andreas Wittich (Beschäftigter auf dem Hof Koch), Rüdiger Nagel (Geschäftsführer Verband der Zuckerrübenanbauer Kassel), Peter Fecke (Rübenabteilung Zuckerfabrik Wabern) und Georg Koch (Landwirt und Vorsitzender Rübenanbauer-Verband). Foto: Dellit

Udenborn/Wabern. Es soll schön aussehen und der Artenvielfalt in der Natur nützen. Die Südzucker-AG, zu der auch die Waberner Zuckerfabrik gehört, unterstützt Landwirte dabei, einen Blühstreifen an ihren Rübenfeldern anzulegen.

Dazu stiftet Südzucker das Saatgut. An 150 Feldern im gesamten Südzuckergebiet läuft das Pilotprojekt, 15 davon in Nordhessen. Die Mischung bestehe aus 14 verschiedenen Samen. Bei Georg Koch in Udenborn, der am Pilotprojekt teilnimmt, fallen derzeit die hohen Sonnenblumen besonders ins Auge. Bienen haben sie längst für sich entdeckt. Die Blühflächen haben laut Südzucker mehrere Vorteile. Sie böten Nahrung und Unterschlupf für Insekten und andere Wildtiere. Zudem werde der Boden gelockert, und nicht zuletzt werde die Landschaft attraktiver, und der Erholungswert steige. Mit Hinweisschildern an den Feldern wird auf das Projekt aufmerksam gemacht.

Umweltschutz sei schon seit vielen Jahren ein Anliegen der Rübenbauern, sagt Peter Fecke, Leiter der Rübenabteilung in der Waberner Zuckerfabrik. Als Beispiel nennt er das Blattkrankheiten-Monitoring. Jede Woche schauen sich Experten die Rübenpflanzen an, um mögliche Krankheiten zu erkennen.

Sollten sie fündig werden, geben sie ab einer bestimmten Grenze eine Warnung an die Landwirte aus. Die schauen dann auf ihren Feldern nach und setzen, wenn nötig, Fungizide ein. So sei es nicht mehr nötig, vorbeugend zu spritzen, erläutert Fecke.

Bestimmte Zwischenfrüchte im Winter sorgten - auch das ein Beispiel - dafür, dass die Felder besser gegen Erosion geschützt sind. Außerdem würden dadurch Nährstoffe nicht so stark aus dem Boden heraus gespült. „Wir sind stolz, dass wir da schon viel getan haben“, sagt Fecke über den Umweltschutz.

Beim Pilotprojekt sollen unterschiedliche Saatmischungen erprobt werden. Dann wird beraten, ob das Projekt weitergeht.

Die Südzucker-AG gibt laut Dr. Eberhard Krayl (Fachbereich Produktion) für das Pilotprprojekt einige tausend Euro aus.

Man erhoffe sich grundsätzlich eine öffentliche Förderung. So gebe es bereits ein Landesprogramm für mehrjährige, nicht aber für einjährige Blühflächen, sagte Krayl. Das Saatgut sei dabei der kleinere Kostenfaktor. Die Rübenbauern würden ja auch Arbeitszeit investieren und die Blühflächen nicht für den Anbau nutzen können.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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