Pläne auf Eis: Kein Rossmann für Felsberg

Die Planung für die Fläche in der Felsberger Kernstadt stockt: rechts im Bild das ehemalige Kik-Gebäude, in das der Drogeriemarkt Rossmann einziehen sollte. Archivfoto: Féaux de Lacroix

Felsberg. Die Pläne zur Belebung der Felsberger Kernstadt sind ins Stocken geraten. Im Mai dieses Jahres berichtete die HNA, dass in den ehemaligen Kik-Markt auf dem Gelände zwischen den Straßen Zum Haintor und Steinweg ein Drogeriemarkt einziehen könnte.

Doch daraus wird vorerst nichts.

Woran das Vorhaben gescheitert ist, dazu gibt es unterschiedliche Aussagen.

Das sagt Rossmann

Wie Rossmann-Pressesprecher Stephan-Thomas Klose auf Anfrage mitteilte, gebe es aktuell keine Pläne für eine Filiale in Felsberg, da Rossmann im Juli im benachbarten Gudensberg einen Markt eröffnet hat. Dort sei der Vertrag bereits abgeschlossen gewesen, als das Objekt in Felsberg vorgestellt wurde.

Allerdings seien die Pläne für Felsberg noch nicht endgültig vom Tisch: „Je nach dem, wie sich unser Markt in Gudensberg entwickelt, könnte im Lauf der nächsten beiden Jahre auch noch einmal über einen Standort in Felsberg nachgedacht werden.“

Das sagt der Bürgermeister 

Neben dem Einzug von Rossmann gab es weitere Pläne für das Gelände: Auch der Aldi- und der Rewe-Markt planen eine Erweiterung. Doch bevor sich überhaupt etwas tun kann, müsse zunächst eine Genehmigung der Regionalplanung vorliegen, sagt Felsbergs Bürgermeister Volker Steinmetz. „Es muss ein Gutachten erstellt werden, um nachzuweisen, dass durch die Erweiterung von Verkaufsflächen kein Nachteil für benachbarte Kommunen entsteht.“ Das betreffe auch die geplante Erweiterung des Edeka-Markts in Gensungen.

Wenn das Gutachten vorliege, müsse zudem noch ein Bebauungsplan für das Gelände in der Felsberger Kernstadt erstellt werden. Allein das könne ein Dreivierteljahr bis ein Jahr dauern - vor 2017 könne es also nicht weitergehen.

Das sagt der Eigentümer

Ganz anders stellt ein Felsberger Geschäftsmann den Vorgang dar, der Eigentümer des ehemaligen Kik-Gebäudes ist. Er habe das Gebäude 2014 einem heimischen Investor zum Verkauf angeboten und in Aussicht gestellt, dass Rossmann als Mieter in das Gebäude einziehen würde. Er habe seine guten Kontakte zu Rossmann nutzen wollen, um den Drogeriemarkt nach Felsberg zu holen. „Ich habe zu Rossmann gesagt, dass wir das auf dem kurzen Dienstweg machen.“ Doch die Stadt habe dieses Vorhaben blockiert, weil sie ein Bebauungsplanverfahren einleiten wollte. So lange aber hätte er Rossmann nicht warten lassen können. Er fühle sich vom Bürgermeister im Stich gelassen. Ein Bebauungsplanverfahren sei gar nicht nötig gewesen. Auch sei für die Ansiedlung von Rossmann kein Gutachten erforderlich gewesen, sagt der Geschäftsmann - dieses Gutachten sei nur notwendig, wenn es um Lebensmittel- oder Getränkemärkte gehe.

Das sagt das RP

Michael Conrad, Sprecher des Regierungspräsidiums, bestätigt, dass ein Gutachten angefertigt werden müsse, da nicht nur die Ansiedlung eines Drogeriemarkts im Raum stehe, sondern auch die Erweiterung von Lebensmittelmärkten. Die Kosten dafür müsse die Stadt tragen - oder die Unternehmen, die erweitern wollten.

Quelle: HNA

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