Gleisausbau soll Fernzughalt in Treysa garantieren

Pläne für Bahnhof Borken weiter auf Eis

Treysa/Borken. Im Bahnhof Treysa werden die Gleise für den Fernverkehr nun möglicherweise doch ausgebaut, damit die neuen ICE-T-Züge dort halten können. Für den Bahnhof Borken zeichnet sich weiterhin keine Lösung ab.

Dort geht es – anders als in Treysa – vor allem um den barrierefreien Ausbau. 

Zum Bahnhof Treysa heißt es in einem Schreiben der DB Fernverkehr, dass „nach aktuellem Planungsstand“ zunächst die vom Fernverkehr genutzten Bahnsteige angehoben werden sollen, um einen ICE-Halt zum Fahrplanwechsel im Dezember 2018 zu ermöglichen. Noch immer scheint allerdings nicht ganz sicher, dass das einen entscheidenden Durchbruch in den Verhandlungen bedeutet.

Laut Bahn seien noch „baubetriebliche Maßnahmen“ zu klären, näher beschrieben wurden diese nicht. Die Bahntochter DB Station&Service, die für Umbauten des Bahnhofs zuständig ist, sei aber zuversichtlich, dass es gelingen werde. Terminzusagen macht eine Vorstandssprecherin jedoch nicht. Die neuen ICE-T-Züge, die ab Dezember die Intercitys (IC) auf dieser Linie ablösen, können an den Bahnsteigen in Treysa mit ihrer augenblicklichen Höhe 38 Zentimeter nicht halten. Erforderlich wären mindestens 55 Zentimeter, idealerweise 78 Zentimeter. In Borken gibt es keinen Intercity-Halt. Das sei auch nie vorgesehen gewesen, erklärt Sabine Herms vom Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV).

Noch immer scheint allerdings nicht sicher, dass der entscheidende Durchbruch da ist. Laut Bahn sind noch „baubetriebliche Maßnahmen“ zu klären. Was dies bedeutet und wer bezahlt, wird nicht gesagt. Die Bahntochter DB Station&Service, die für Umbauten des Bahnhofs zuständig ist, sei aber zuversichtlich, dass es gelingt. Terminzusagen macht die Vorstandssprecherin nicht, es heißt lediglich, dass die Bahn planmäßig mit den Nachfolgerzügen auf der Fernstrecke in Treysa halten möchte – vorausgesetzt eben, die Bahnsteighöhe passt.

Beim Umbau des Bahnhofs Borken, der seit Jahren geplant ist, sollten die Bahnsteige auf 55 Zentimeter ausgebaut werden. Bundesweit einheitlich fordert die Bahn aber inzwischen 76 Zentimeter. Damit sind alle Pläne über den Haufen geworfen worden. Auch die steilen Treppen der Gleisübergänge sind in Borken seit langer Zeit ein Ärgernis. Für 4,6 Millionen Euro sollte der Bahnhof umgebaut werden.

In einer Pressemitteilung der SPD Schwalmstadt heißt es dazu: „Die Deutsche Bahn scheint nun endlich Handlungsdruck zu spüren.“ Die SPD begrüße das Versprechen der Bahn, unterstreicht aber, „dass es mit einer Erhöhung der Gleise 1 und 2 nicht getan ist“. Der gesamte barrierefreie Ausbau müsse Priorität haben.

Man werde nicht zulassen, dass nur „notdürftig die Gleise für den Fernverkehr erhöht werden und die Bautrupps danach wieder abziehen“.

Hintergrund: NVV will nicht locker lassen

Der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) habe einen weiteren Vorstoß unternommen, um den barrierefreien Ausbau des Bahnhofs Borken zu erreichen, sagt Sabine Herms, die Pressesprecherin des NVV. Bisher habe man keine Antwort erhalten. 

Bei der Deutschen Bahn AG müsse man einen langen Atem haben. Auf einer so wichtigen Strecke wie der Main-Weser-Bahn gelte das im Besonderen. Eine sogenannte Sperrpause für einen größer angelegten Umbau müsse man beispielsweise drei Jahre vor Beginn des Projekts einleiten. Herms: „Wir bleiben aber dran. Wir wollen, dass die Leute vernünftig ein- und aussteigen können.

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Peter Gercke/dpa

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