Hebamme sucht Nachfolgerin für Amt der Kreisvorsitzenden

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Sucht eine Nachfolgerin: Hebamme Susanna Ziegler beim gemeinsamen Frühstücken mit jungen Müttern und deren Kindern. Hinten von links Katharina Moog mit Lucie, Birgit Trieschmann mit Till, Andrea Schröder – ihren Sohn Nils hat Susanna Ziegler auf dem Schoß, Rebecca Fock-Ohler mit Charlotte, Anika Berger mit Maximilian, Franziska Siemon mit Henri und Simone Brandau mit Luis.

Morschen. Susanna Ziegler wartet auf Nachwuchs. Die 51-jährige Hebamme sucht eine Nachfolgerin für ihr Ehrenamt als Kreisvorsitzende der Hebammen im Schwalm-Eder-Kreis. „Momentan ist der Kreis praktisch verwaist“, sagt Ziegler.

Dabei sei es wichtig, dass die Hebammen des Kreises ein Forum haben, um sich auszutauschen und ihre Interessen zu vertreten. Zwar sei sie nach wie vor ansprechbar, sagt Ziegler. „Aber eigentlich will ich Platz für jemand Neuen machen – einer anderen Hebamme die Möglichkeit geben, Politik zu machen.“

Mit zwei Kolleginnen hat Ziegler, die in Knüllwald lebt, vor 30 Jahren den Kreisverband Schwalm-Eder gegründet. „Wir wollten ein Netzwerk schaffen, um uns auszutauschen und um unsere Interessen auf kommunaler Ebene zu vertreten“, sagt Ziegler, die auch lange im Landesverband der Hessischen Hebammen als 2. Vorsitzende aktiv war. Zu den Aufgaben der Kreisvorsitzenden gehöre es, Kontakte zu Vereinen und Verbänden sowie Politikern und zum Landesverband zu pflegen.

„Es ist wichtig, dass wir auch auf kommunaler Ebene eine Interessenvertretung haben.“

Seit 32 Jahren arbeitet Susanna Ziegler als Hebamme. Erst festangestellt im Homberger Krankenhaus, seit vielen Jahren ausschließlich freiberuflich. Seitdem hat sich im Berufsbild der Hebammen vieles verändert. Nicht nur zum Guten wie Susanna Ziegler findet, die ihren Beruf trotzdem gern macht. So beschränke sich das Tätigkeitsfeld vieler freiberuflicher Hebammen inzwischen auf die Begleitung der Schwangeren vor und nach der Geburt.

Bei der Geburt selbst könnten die wenigsten freiberuflich tätigen Hebammen die Frauen noch begleiten. „Natürlich ist die Geburt das Schönste an diesem Beruf“, sagt Ziegler. Aber durch die stark angestiegenen Beiträge zur Berufshaftpflicht könnten es sich die meisten Hebammen nicht mehr leisten, Hausgeburten anzubieten.

Dennoch sei es eine wichtige und schöne Aufgabe, die Frauen vor und nach der Geburt zu betreuen. „Wir unterstützen die Frauen dabei, ihre eigenen Stärken zu entwickeln und auf sich zu vertrauen“, sagt die 51-Jährige, die mit zwei Kolleginnen eine Hebammenpraxis in Morschen betreibt.

Mit dem Vertrauen in den eigenen Körper ist es heutzutage bei den Frauen nicht mehr so gut bestellt, wie noch zu Beginn ihrer Tätigkeit, ist Zieglers Erfahrung. Das liege vor allem an einem veränderten Körperbewusstsein.

Gute Zusammenarbeit

Ihre Aufgabe sieht Ziegler als Hebamme auch darin Familien gut auf das Leben mit einem Säugling vorzubereiten. „Eine gute Begleitung in der Schwangerschaft schafft einen guten Boden für das familiäre Zusammenleben“, sagt Ziegler.

Deshalb fände Ziegler es sinnvoll, dass Familienhebammen, die sich um Mütter und Väter kümmern, die aus den unterschiedlichsten Gründen Schwierigkeiten beim Start ins Familienleben haben, schon während der Schwangerschaft mit der Betreuung beginnen und nicht erst nach der Geburt. Sie wünscht sich eine enge Zusammenarbeit mit den verschiedenen Institutionen, Ärzten und Ämtern, um die für die Familien das Beste zu erreichen.

„Dafür ist es wichtig, dass wir auch auf kommunaler Ebene eine Interessenvertretung haben“, sagt Susanna Ziegler. • Wer Interesse an der Tätigkeit als Kreisvorsitzende hat, erreicht Susanna Ziegler, Tel. 05685/930219 oder per Mail info@hebammenpraxis-morschen.de

Von Barbara Kamisli

Quelle: HNA

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