Geduld gefragt - viele Baustellen im Kurort Bad Zwesten

Bad Zwesten. In Bad Zwesten gibt es viele Baustellen. Und das ist ganz wörtlich gemeint. Denn in dem kleinen Ort laufen zeitgleich Kanalbauarbeiten in sieben Straßen.

„Es sieht zum Teil aus wie eine Mondlandschaft“, sagt Christian Löck aus Bad Zwesten. Dass in dem Kurort die Straßen und die Kanalisation erneuert werden, versteht der Bad Zwestener. Was er nicht nachvollziehen kann ist, dass er sein Wohnhaus nicht mehr mit dem Auto erreichen kann. Und so geht es nicht nur ihm.

Von allen Seiten gesperrt

„Die Bergstraße ist von allen Seiten gesperrt. Und es gab keine Information darüber“, sagt er. Lediglich über einen Feldweg, über den man nicht hätte fahren dürfen, können die Anlieger der Bergstraße und der Straße Kirchfeld zu ihren Häusern gelangen. „Ich kann laufen, das ist kein Problem. Aber was machen ältere, gehbehinderte Leute und was, wenn es mal einen Notfall gibt und ein Rettungswagen oder die Feuerwehr durch müssen?“, fragt Löck. Er sieht kein Durchkommen.

Was die Rettungsdienste angeht, gibt Bürgermeister Michael Köhler Entwarnung. „Sie sind über die Zufahrtswege informiert“, sagt er und räumt ein, dass die Anfahrt drei Minuten länger dauern könne. Die Gemeinde habe die Anlieger jedoch rechtzeitig und mehrfach über die Baustellen informiert. „Es kam aber zu einer Kommunikationspanne zwischen der bauausführenden Firma Wachenfeld, dem Bauleitungsbüro Gajowski und der Gemeinde“, sagt Köhler. Deshalb habe die Gemeinde Anfang der Woche nicht rechtzeitig über weitere Sperrungen informieren können. „Ich habe selbst vor einem Baustellenschild gestanden und kam nicht weiter“, sagt Köhler. Auch wenn die Zusammenarbeit sonst reibungslos laufe, verstehe er jeden, der sich über die Baustellen ärgere. Doch wüssten die Anlieger, welche Ausweichmöglichkeiten es gibt. „So zum Beispiel über einen Feldweg, der von der Wildunger Straße zur Bachstraße führt“, erklärt er. Dass diese Strecke nicht als offizielle Umleitung ausgeschildert ist, wolle die Gemeinde nun prüfen. „Wir werden uns eine Lösung einfallen lassen“. Köhler mahnt, auf den Ausweichstrecken vorsichtig zu fahren. „An den Feldwegen spielen Kinder.“

Schwierig sei derzeit auch die Situation in der Nähe der Schule. „Eltern können ihre Kinder in der Nähe der Einrichtung aber möglichst gefahrenfrei aussteigen lassen.“ Außerdem könnten die Parkplätze am Tegut und einer Wiese genutzt werden. Wer bis zur Baustelle fahre, begebe sich in Gefahr.

Besonders hart treffen die Bauarbeiten den Tankstellenbetreiber in der Wildunger Straße. Er ist frustriert, hält aber durch. „Wir haben wegen dieses Extremfalls beim Land einen Ausgleich beantragt, denn er hat während der insgesamt vierjährigen Bauphasen zeitweise eine Einbuße von 90 Prozent“, sagt Köhler.

Um eine Förderung von einer Millionen Euro vom Land zu erhalten, habe man die Bauarbeiten nahezu zeitgleich beginnen müssen. „Dadurch spart jeder Haushalt 500 Euro Gebühren“, sagt Köhler. Erst im Sommer 2013 werden alle Arbeiten beendet sein. Vor allem im Winter könne das zu Problemen führen, sagt Köhler und bittet um Verständnis.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare