Eltern aus Wolfhagen hatten es nicht mehr ins Krankenhaus geschafft

Plötzlich ging alles ganz schnell: Breunaer Feuerwehr hilft bei Geburt im Wohnzimmer

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Strahlende Geburtshelfer: Notarzt Volker Barth mit Baby Etienne, Sebastian Hohmann, Yvonne und Fabrice Surmont sowie Martin Hesse. Vorn Etiennes großer Bruder Maxime. Die Breunaer Feuerwehr besuchte die Familie nach Weihnachten noch einmal.

Weil der Weg ins nächste Krankenhaus zu weit war, wurde kurz vor Weihnachten in Wolfhagen ein Baby im Wohnzimmer geboren.

Hilfe erhielten die werdenden Eltern von der Breunaer Feuerwehr. Am Morgen des 22. Dezember waren Yvonne und Fabrice Surmont ins Krankenhaus nach Kassel gefahren. „Dort haben sie uns mit dem Hinweis wieder nach Hause geschickt, dass mit dem Baby noch nicht zu rechnen wäre“, so der Vater. 

Dass dies ein Irrtum sein sollte, stellte sich schnell heraus, als die Eltern wieder zu Hause waren. Die Fruchtblase platzte. Die Geburt begann. Für die Fahrt ins nächste Krankenhaus nach Volkmarsen war es zu spät. „Hätte es die Entbindungsstation in Wolfhagen noch gegeben, wäre es kein Problem gewesen“, meint der Vater.

Hebamme Petra Hecht

„Ich bekam Panik, weil mir schlagartig bewusst wurde, dass ich das Kind nicht in einer Klinik entbinden würde“, so die 31-jährige Wolfhagerin. Sie konnte sich gerade noch auf die Wohnzimmercouch schleppen. Surmont wählte den Notruf 112. Ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt war der zuständige Notarzt in einem anderen Einsatz. Die Feuerwehrleitstelle rief bei der Feuerwehr Breuna an. Deren Mitglied, Volker Barth, ist gleichzeitig Notarzt. Als die Helfer im Wolfhager Akazienweg eintrafen, stand schnell fest, dass es für einen Transport ins Krankenhaus zu spät war.

„Ich war zwar als Anästhesist bei Kaiserschnittgeburten dabei und habe die Geburt meiner eigenen Kinder miterlebt, ein Baby hatte ich bis dato aber noch nicht zur Welt geholt“, so Barth. Fabrice Surmont rief Hebamme Petra Hecht von der Hebammenpraxis aus Volkmarsen an, bei der seine Frau Schwangerengymnastik gemacht hatte. Die hatte eigentlich frei und fuhr gerade vom Weihnachtseinkauf in Paderborn nach Hause. „Ich merkte an der Aufregung im Hintergrund, dass es ein Notfall sein musste“, so Petra Hecht. Sie fuhr auf den nächsten Parkplatz und gab Barth Instruktionen.

Per Telefon begleitete sie die Geburt und leitete die Mutter zum richtigen Atmen an. Die Feuerwehrleute assistierten. Vor dem Haus der Familie hatten sich Freunde und Bewohner des Akazienweges versammelt und fieberten mit. Wohlbehalten kam der kleine eilige Etienne Emile zur Welt. Zur Sicherheit wurden Mutter und Kind später noch in eine Klinik gebracht. 

Quelle: HNA

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