Hephata-Berufshilfe Fritzlar organisierte einen Austausch mit Handwerks-Praktika

Plötzlich in Tschechien

Bei der Arbeit: Andreas Martin (vorne) schmiedet eine Rose, Carsten Hose erhitzt Stahl. Foto: nh

Fritzlar. Als er Andreas Martin seinen Ein-Euro-Job bei der Hephata-Berufshilfe in Fritzlar antrat, dachte er nicht, dass er zwei Wochen später in Tschechien arbeiten würde. Hintergrund ist ein Austauschprogramm, das die jungen Leute an die polnische Grenze führte.

Die Fritzlarer absolvierten an einer Berufsschule für Landwirtschaftliche Berufe in Tschechien nahe der polnischen Grenze Kurse und Praktika und lernten nebenher viel über das Land und die deutsche Geschichte, schreibt das Diakoniezentrum Hephata mit Sitz in Schwalmstadt.

Straffer Zeitplan

„Der Zeitplan ist straff, wir wollen erst gar kein Urlaubsgefühl aufkommen lassen“, erläuterte Lothar Kneifel, Leiter des Praktikums. Frühstück ab 7 Uhr, Arbeitsbeginn in der Werkstatt um 8 Uhr, eine halbe Stunde Mittagspause und wieder Arbeiten bis 14 Uhr.

Für die tschechischen Schüler folgte dann der theoretische Unterricht. Die Deutschen lernten immerhin ein paar Brocken Tschechisch und besichtigten interessante Orte in der Umgebung.

Die Berufsschule in Horni Hermanice kooperiert seit einigen Jahren mit der Berufshilfe Hephata. Im aktuellen Fall hatten die Fritzlarer die Wahl zwischen den Bereichen Kunstschmied, Sattler und Landmaschinenmechaniker. Sie entschieden sich für Schmied und Sattler. In einem Kurzlehrgang erlernten sie grundlegende Fachkenntnisse und durften Dinge für sich selbst herstellen: Schlüsselanhänger, Gürteltaschen, metallene Rosen, Hufeisen und Kerzenständer.

In der Produktion wurden Zuggeschirre repariert und ein Tor gebaut. Der Aufwand hat sich gelohnt, sagt Lothar Kneifel. Es sei gut für die jungen Leute, sich außerhalb des Alltags, weg von Familie, Clique und Freunden in einem anderssprachigen Umfeld mit einem Beruf zu beschäftigen. Nach den positiven Erfahrungen in Tschechien seien die jungen Leute häufiger bereit, neuen Kollegen zu helfen und nicht zuerst das Trennende zu sehen, ist Kneifels Erfahrung.

Andreas Martin war nach dem Ausflug in die Ferne jedenfalls begeistert. Seine Bilanz: „Da musst du schon was können. Wenn du mit dem Zwei-Kilo-Hammer eine Rosenblüte machst, da kannst du nicht einfach mal drauf hauen.“ (red)

Quelle: HNA

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