Podiumsdiskussion zur geplanten Starkstromtrasse: Fragen zu Grenzwerten und Kriterien

Die Podiumsteilnehmer: Vorn Bernd Kördel von der Bürgerinitiative „Keine 380 kV-Freileitung“, hinten von links Dr. Peter Ahmels (Deutsche Umwelthilfe), Ralph Lenkert (MdB, Die Linken), Dr. Edgar Franke (MdB, SPD), Thomas Brusdrücker (ERM), Jochen Paulus (MdL, FDP), Daniel May (MdL, Die Grünen) und Dr. H.-Peter Neitzke (Forschungsinstitut Ecolog). Foto: Mangold

Röhrenfurth. Die geplante Starkstromtrasse durch Nordhessen hat einmal mehr die Menschen der Region beschäftigt.

Die Bürgerinitiative „Keine 380 kV-Freileitung“ und die Deutsche Umwelthilfe hatten zusammen mit den Städten und Gemeinden, die entlang der geplanten Freileitungstrasse liegen, in die Vierbuchenhalle nach Melsungen- Röhrenfurth eingeladen.

Für die Höchstspannungsleitung von Wahle in Niedersachsen nach Mecklar in Hessen sind zwei mögliche Trassenführungen geplant, die Westtrasse würde entlang der Fulda dicht an bebauten Gebieten in Guxhagen, Röhrenfurth und Melsungen vorbei gehen. Mit zwei Vorträgen sowie einer Podiumsdiskussion mit Bundes- und Landtagsabgeordneten verschiedener Fraktionen wurde die Höchstspannungsleitung aus verwaltungsrechtlicher, ökologischer, medizinischer und politischer Sicht beleuchtet.

Rund 120 Zuhörer verfolgten die Veranstaltung und stellten den Experten und Politikern viele Fragen. Dabei ging es unter anderem um die Auswirkungen von Grenzwerten der elektrischen und magnetischen Strahlung, die Kriterien der Trassenfestlegung, die Vor- und Nachteile einer Erdverkabelung und die Möglichkeiten einer Beteiligung der Bürger an der Planung. Dabei wurden mehr Informationen zur Trasse und Transparenz der Planung gewünscht.

Ralph Lenkert, Bundetagsabgeordneter der Linken, forderte ein Veto-Recht für die Bevölkerung, was seine Diskussionspartner ablehnten. Jochen Paulus, Landtagsabgeordneter der FDP, meinte, eine Planungssicherheit für Investoren sei erforderlich.

Auch nach der Notwendigkeit einer neuen Überlandleitung wurde gefragt. „Die neuen Energieträger benötigen den Netzausbau“, meinte Daniel May, Landtagsabgeordneter der Grünen. Erneuerbare Energiequellen produzierten nicht stetig Strom, der außerdem weit transportiert werden müsse. Da bisher Speicher fehlten, werde das Stromnetz noch lange Zeit gebraucht, so der Politiker.

Dr. Edgar Franke, Bundestagsabgeordneter der SPD, wandte ein, Windparks hätten abgestellt werden müssen, weil sie nicht ans Netz gehen konnten. Überlandleitungen seien nötig und außerdem eine zukunftsweisende Investition, da allein die Planung und der Bau rund zehn Jahre dauerten.

Abgesehen von gelegentlichen Zwischenrufen aus dem Publikum, die eher eine allgemeine Politikverdrossenheit erkennen ließen, verlief die Podiumsdiskussion in einem ruhigen Rahmen.

Quelle: HNA

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