Podiumsdiskussion zum Thema Massentierhaltung

Schwalm-Eder. Die Massentierhaltung mit ihren Begleiterscheinungen polarisiert in jüngster Zeit immer wieder. Rege diskutiert wurde bei einer Podiumsveranstaltung, zu der die SPD für Mittwoch nach Gudensberg eingeladen hatte.

Schwalm-Eder. Die Massentierhaltung mit ihren Begleiterscheinungen polarisiert in jüngster Zeit immer wieder. Rege diskutiert wurde bei einer Podiumsveranstaltung, zu der die SPD für Mittwoch nach Gudensberg eingeladen hatte.

150 Besucher aus dem Schwalm-Eder-Kreis sowie aus angrenzenden Landkreisen verfolgten die Debatte auf dem Podium, wo Jeannette Lange von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, Waberns Bürgermeister Günter Jung, Dr. Bernd Wenck vom Kreisbauernverband Schwalm-Eder sowie die SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Edgar Franke und Dr. Wilhelm Priesmeier vertreten waren.

Michael Höhmann moderierte die Veranstaltung. Einleitend wurde über die Notwendigkeit von Erweiterungen und Massenbetrieben diskutiert. Während die einen Wachstum und industrielle Landwirtschaft als notwendig ansehen, um im allgemeinen Wettbewerb bestehen zu können, plädierten andere für die Erhaltung von bäuerlicher Landwirtschaft. Hauptsache billig Unter dem Stichwort „Hauptsache günstig“ wurde erörtert, inwieweit Verbraucher Schuld daran sind, dass die Nachfrage nach billigerem Fleisch und billigerer Milch steige und welchen Anteil die Lebensmittelketten tragen.

Besonders gefragt waren die anwesenden Tierärzte Jeannette Lange und Dr. Wilhelm Priesmeier zum Thema Krankheiten, Keimen und Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung. Eine Erhöhung des Viehbestandes führe auch zu einem erhöhten Einsatz von Medikamenten - unter anderem auch Antibiotika, sagte Lange. Man dürfe den Verbrauchern damit aber keine Angst einjagen, entgegnete Priesmeier.

Die Größe eines Betriebes und die Wahrscheinlichkeit des Vorkommens von Erregern stünden in keinem Zusammenhang. Ebenfalls wichtiger Punkt der Veranstaltung war die Forderung nach mehr kommunalen Mitsprache- und Mitbestimmungsrechten bei Standortfragen landwirtschaftlicher Großbetriebe, denn bisher bedarf es keinerlei Absprache zwischen den Landwirten und den Kommunen.

Dies wolle man bald ändern, führte Franke an. Zum Einsatz von Antibiotika meinte Reinhard Nagel, Biobauer im Twistetal, es sei entscheidend, dass man sich richtig um die Tiere kümmere. Er setze auf seinem Hof bereits seit Jahren keine Antibiotika mehr ein. Es gehe auch gut ohne. Die offene Diskussion und die Standpunkte der Anwesenden mit nach Berlin zu nehmen, sei die Intention gewesen, sagte Edgar Franke.

Von Christl Eberlein

Quelle: HNA

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