Vom Brexit über Freiräume bis zu Discoerlebnissen

Poetry-Slam in Treysa: Wiehernde Lacher und tiefsinnige Nachdenklichkeit 

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Meisterin der Ironie: Ann-Christin Wahlen.

Treysa. Eine besondere Form der kulturellen Unterhaltung fand am Freitag in der Gaststätte Specht statt: Das Bündnis 90/Die Grünen hatte zu einem Poetry-Slam-Abend eingeladen.

Alle Interessierten durften selbstgeschriebene Texte vortragen. Inhaltlich waren keine Grenzen gesetzt und so erlebte das Publikum ein sehr abwechslungsreiches Programm aus ernsten und lustigen Gedanken. Moderatorin Susanne Salin führte durch den Abend und sorgte dafür, dass jeder zwei Texte zum Besten geben konnte.

Steven Corsham sprach zunächst über den Brexit, der ihn als „EU-Bürger und Briten“, wie er selbst betonte, besonders bewege. Sein mit britischem Humor gespickter Text enthielt die Aufforderung, die Austrittsentscheidung doch noch einmal zu überdenken. In seinem zweiten Beitrag widmete er sich der Hochzeit von Harry und Meghan und der Botschaft der Liebe, die der dort predigende Bischof Michael Curry in den Mittelpunkt seiner Predigt stellte. Corsham forderte, sich auch im Alltag von Liebe leiten zu lassen, da dies die Welt zu einem besseren Ort mache.

Philosophierte: Tara won Dratschke.

Tara won Dratschke übernahm den philosophischen Part des Abends. Sie widmete sich in ihren Texten hauptsächlich der Frage nach unserer Wahrnehmung der Welt und wie wir uns in ihr persönlich entfalten können, ohne in unseren Freiräumen eingeschränkt zu werden.

Die erfahrene Slammerin Ann-Christin Wahlen berichtete humorvoll von ihren Erfahrungen bei einem Blind-Date und begeisterte mit ihrer Art, Situationen ironisierend auf die Spitze zu treiben. Ebenfalls sehr gut an kam ihre Erzählung vom Feierngehen nach einem Ratschlag ihrer Mutter, sie solle doch mal aus sich herauskommen. Der mit kleinen Gesangseinlagen gefütterte Text sorgte dafür, dass sich viele Zuhörer vor Lachen kaum noch auf ihren Stühlen halten konnten, da in Wahlens satirischer Beschreibung ihrer Discoerlebnisse doch ein Kern Wahrheit steckte.

Für Lokalkolorit sorgte Udo Lohr, der das Publikum mitnahm auf eine Tour durch die Schwälmer Kneipenszene und es erraten ließ, wohin es ihn verschlagen hatte. Außerdem verschaffte er seinem Ärger über die vielen Baustellen in der Region Luft und sprach diverse lokalpolitische Kuriositäten an. Elisabeth Stückradt sprach in ihrem gereimten Text über die Schwierigkeiten des Erwachsenseins und der Selbstverwirklichung und brachte das Publikum zum Nachdenken. Nachdem alle ihre Texte vorgetragen hatten, bekamen sie von Susanne Salin mehrere Geschenke überreicht, da es angesichts der Vielfältigkeit der Beiträge an diesem Abend keinen Sieger geben sollte.

Quelle: HNA

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