Wähler sind des Streits in Homberg müde – Parteienlandschaft auf den Kopf gestellt

Homberg nach der Wahl: Ein politischer Erdrutsch

Homberg. Zwistigkeiten und Blockade im Parlament, Querelen sowie strafrechtliche Auseinandersetzungen um Bürgermeister Martin Wagner, das alles hat offensichtlich zu einem politischen Erdrutsch geführt. Die Folge: Ein kometenhafter Aufstieg der neu gegründeten FWG auf 15,4 Prozent. Und dramatische Verluste der CDU. Fast ein Drittel der Wähler ging der Union von der Fahne. Sie landete bei 30,4 Prozent. Noch sind Korrekturen möglich, denn es ist nur ein Trend.

Deshalb ist CDU-Stadtparteichef Jürgen Monstadt auch vorsichtig. Verstehen könne er das Ergebnis nicht, denn in den vergangenen fünf Jahren habe die Union eine gute Politik gemacht. Mehr wolle er aber nicht sagen.

Ganz im Gegenteil dazu die FWG-Neulinge. Deren Spitzenkandidat

Günther Koch ist elektrisiert von den Zahlen. „Die Wähler wollten kein parteipolitisches Klüngeln, sie wollten raus aus dem Blockdenken.“ Ziel seiner Fraktion sei, „die Menschen früh in Entscheidungen einzubinden und „keine Projekte in einer Nacht- und Nebelaktion vorzustellen wie das Projekt Marktplatz Ost“. Koch kündigt an, mit den Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung zu sprechen. Doch von einer Koalition mit der SPD will er nichts wissen. „Das wäre nicht gut für uns“.

In einer komfortablen Lage ist die SPD. Bestätigt sich das Ergebnis, hat sie die Wahl zwischen der FWG und den Grünen als Juniorpartner. Sicher werde man mit beiden sprechen, sagt Fraktionschef

Stefan Gerlach. Mit den Grünen gebe es - wie in der Vergangenheit - viele Übereinstimmungen. Ob es zu einer Arbeitsgemeinschaft oder einer Zählgemeinschaft komme, müsse sich zeigen. Angesichts der Mehrheitsverhältnisse sei es weniger bedeutend, wer Bürgermeister sei. Deshalb stehe nicht die einmal angestrebte Abwahl Wagners an erster Stelle, sondern das Projekt Einkaufszentrum am Marktplatz sowie die Wachstumspläne der Logistiker.

Ins gleiche Horn stößt Grünenchef Klaus Bölling. Die Wahl habe gezeigt, dass die Menschen, das was in den vergangenen fünf Jahren gelaufen ist, nicht mehr wollten. Sie wollten das Ende der Blockadepolitik der Zerstrittenheit. All das habe auch zum Wahlergebnis der Grünen beigetragen. Böllings Forderung: Die Politik muss sich daran orientieren, was Homberg dienlich ist, und nicht den Parteien.

Sehr enttäuscht zeigt sich FDP-Sprecher Manfred Ripke. Er könne sich nicht erklären, warum die Wähler die Liberalen so abgestraft haben. Schließlich hätten sie in den vergangenen fünf Jahren alles richtig gemacht.

Quelle: HNA

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