Einblicke in den Regionalen Verkehrsdienst

Polizei begleitet jede Nacht drei Schwertransporte 

+
Regionaler Verkehrsdienst: Wenn Polizeioberkommissar Thomas Junghans verdächtige Fahrzeuge kontrolliert, sind Höhenmesser, Warnleuchten und Maßband immer an Bord.  

Schwalm-Eder. Polizei-Oberkommissar Thomas Junghans ist beim Regionalen Verkehrsdienst für die Koordination der Schwertransporte und die Überprüfung der Lkw zuständig.

Sein Motorrad öffnet Türen: Wenn Polizei-Oberkommissar Thomas Junghans mit seiner Dienstmaschine verdächtige Fahrzeuge im Schwalm-Eder-Kreis anhält, hat er gleich Augenkontakt mit den Fahrern. Wäre der 44-Jährige im Polizeiauto unterwegs, würde er eher ignoriert, sagt der Mitarbeiter des Regionalen Verkehrsdienstes der Polizeidirektion Schwalm-Eder. „Die Akzeptanz eines Polizeimotorrads ist viel höher.“

Schwerlasttransporte

Am meisten ist Junghans jedoch mit dem Genehmigungsverfahren für Schwerlasttransporte beschäftigt. Als Sachbearbeiter entscheidet Junghans, welcher Sattelschlepper auf seinem Weg durch den Schwalm-Eder-Kreis von Polizeiautos begleitet wird, auf welchen Strecken und zu welcher Tageszeit er fahren darf. Entscheidend dafür sind Länge und Breite des Lasters und das Gewicht seiner Ladung. Im vergangenen Jahr waren 503 Schwerlasttransporte im Landkreis unterwegs – das ist mindestens einer pro Tag, viele fahren auch nachts. Im kommenden Jahr wird die Zahl steigen, denn es werden immer mehr Windkraftanlagen mit bis zu 200 Meter Nabenhöhe gebaut. Um die Bauteile auf die Baustellen zu liefern, müssen zuvor Genehmigungsanträge von den Speditionsfirmen gestellt werden. Pro Windrad sind rund 50 Schwertransporte nötig, bei ganz großen auch mal bis zu 70. Im Sommer ist das Verkehrsaufkommen höher als im Winter: Im August fuhren innerhalb 24 Stunden 21 Schwerlasttransporte durch den Kreis.

Ladungssicherheit

Manchmal ist Polizeikommissar Junghans auch selbst vor Ort, zum Beispiel als kürzlich ein Bohrbagger von der Baustelle auf der Autobahn 49 abtransportiert werden musste. Dieser wog 119 Tonnen, und Junghans musste vor der Abfahrt die Gewichtsverteilung des Baggers auf dem Sattelschlepper kontrollieren: „Fünf Stunden lang musste der Fahrer den Bagger hin und herfahren, bis das Gewicht gleichmäßig verteilt war.“ Die Transportsicherheit ist lebenswichtig. Für den Polizeioberkommissar steht fest: „Mangelnde Ladungssicherheit ist keine Sache der Nationalität.“ Auf innerdeutschen Fahrten sei die Schwelle zum Betrug oft niedriger. Manche Fahrer würden sich denken, was denn schon passieren solle, wenn sie nur von Dortmund nach Berlin unterwegs seien. Fahrtenschreiber auslesen zur Kontrolle der Lenk- und Ruhezeiten der Fahrer, den technischen Zustand des Fahrzeugs überprüfen, Ladungspapiere kontrollieren – all das gehört zum beruflichen Alltag von Polizeioberkommissar Thomas Junghans.

Drin und draußen

Zum Regionalen Verkehrsdienst der Polizei zählen noch die Jugendverkehrsschule mit Fahrradprüfungen und Geschwindigkeitskontrollen im Schwalm-Eder-Kreis, auch nachts und am Wochenende. „Das Drinnen- und Draußenarbeiten ist der Reiz an unserem Beruf“, sagt Thomas Junghans. Aber am meisten liebt er die Arbeit auf der Straße, wenn er auf dem Motorrad, einer BMW R1200 RT, im Landkreis unterwegs ist, auf Augenhöhe mit den Fahrern. 

Quelle: HNA

Kommentare