Polizei ermittelt bei illegaler Abfallentsorgung: Bußgelder bis 500 Euro

Elektrogeräte, Möbel, Autoreifen: Die Fotos zeigen eine Auswahl des Abfalls, der allein in den vergangenen Tagen rund um Fritzlar illegal in der Gemarkung entsorgt wurde.

Fritzlar-Homberg. An der Kasseler Warte, dem früheren Übungsplatz der Bundeswehr bei Fritzlar, schaut sich Reinhold Brescher vom städtischen Bauhof die Schweinerei an. Irgendjemand hat seine alten Reifen, meistens von Schleppern und landwirtschaftlichen Fahrzeugen, in dem Naherholungsgebiet abgeladen.

Frei nach dem Motto: „Das bin ich los, soll sich jemand um die ordentliche Entsorgung kümmern!“ Das wird in diesem Fall der Bauhof und damit der Steuerzahler sein.

In den vergangenen Tagen häuften sich rund um Fritzlar die Fälle illegaler Müllentsorgung. Peter Trunk, der sich als Jagdbetreuer um das Gebiet Unterfeld zwischen Eder und Stadtwald kümmert, ärgert sich über den Unrat, der an Böschungen und im Gebüsch abgelagert wird. „Diese Unsitte nimmt seit einigen Jahren zu“, hat er beobachtet.

Das kann Helmut Padalsky, Fachmann für Umweltdelikte bei der Homberger Polizeidirektion, so nicht bestätigen. Allerdings sei das Bewusstsein in der Bevölkerung für diese Art der Umweltgefährdung nicht gewachsen in den vergangenen Jahren. Vieles werde irgendwo weggeworfen, das man auch leicht hätte kostenlos abholen lassen können.

In den 80er und 90er Jahren habe es eine eigene Umweltpolizei gegeben, sagt Padalsky, auch heute sei jede Polizeistation mit einem extra ausgebildeten Polizisten ausgestattet, der sich bei Umweltdelikten auskenne.

Padalsky betont, dass die Polizei in jedem angezeigten Fall ermittele, auch wenn es sich nicht um eine Strafsache, sondern eine Ordnungswidrigkeit handele. Er fordert dazu auf, jede bekannt gewordene Abfallentsorgung auch anzuzeigen. (ula)

Quelle: HNA

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