Landeskriminalamt Baden-Württemberg ermittelt auch hier

Mädchen als Sklaven im Schwalm-Eder-Kreis gehalten?

Schwalm-Eder. Im Schwalm-Eder-Kreis könnten minderjährige Mädchen aus dem Kosovo als Sklavinnen gehalten worden sein. Die Ermittlungen des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg gegen zwei Beschuldigte aus dem Landkreis laufen noch, sagt LKA-Sprecher Horst Haug.

Die beiden Männer und weitere 20 Beschuldigte stehen im Verdacht des Menschenhandels, der Körperverletzung, Vergewaltigung und Freiheitsberaubung.

Aktualisiert um 12.34 Uhr

Beamten war am Dienstag ein Schlag gegen einen mutmaßlichen Mädchenhändlerring geglückt. Die Mitglieder sollen einem Familienclan aus dem Kosovo angehören. 14 Wohnungen wurden durchsucht - zwei davon im Schwalm-Eder-Kreis, eine in Cuxhaven in Niedersachsen und elf in Baden-Württemberg.

Vier Hauptverdächtige wurden im Raum Singen in Baden-Württemberg festgenommen. Den Angehörigen der Familie wird vorgeworfen, 50 Mädchen als Sklavinnen gehalten zu haben. "Die Mädchen wurden gefangen gehalten. Sie konnten die Sprache nicht, waren bindungslos und durften die Wohnungen nur unter Bewachung verlassen", sagt Haug.

In mindestens einem Fall soll eine 15-Jährige misshandelt und wiederholt gewaltsam zum Geschlechtsverkehr gezwungen worden sein. Mit vielen der Mädchen sei aber noch nicht gesprochen worden, sagt Haug. Die Auswertung des Beweismaterials werde dauern. Sichergestellt wurden Computer, Datenträger und 27.000 Euro Bargeld.

Das LKA geht davon aus, dass die Mädchen mit falschen Ausweispapieren aus dem Kosovo nach Deutschland, Frankreich, Belgien und Skandinavien gebracht wurden. Dort seien sie bei Clanmitgliedern sklavenartig gehalten worden. Aufmerksam waren die Beamten auf die Familie im September 2011 geworden. Bei einer Wohnungsdurchsuchung im Landkreis Konstanz stießen sie auf eine 15-Jährige, die offensichtlich gefangen gehalten wurde.

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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