Polizei kontrollierte Schwerlasttransporte in Treysa

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Jede der zwölf Achsen wird gewogen, eine Waage muss unter jedes der 24 Räder: Verwieger Mark Gräf (mit Sprechfunkgerät) sorgt dafür, Polizeivollzugsangestellter Michael Schade (vorn) überprüft es.

Tagtäglich rollen auf den Straßen im Schwalm-Eder-Kreis Schwertransporte. Im vergangenen Jahr habe es über 1500 Genehmigungsverfahren gegeben, sagt Polizeioberkommissar Thomas Junghans von Regionalen Verkehrsdienst der Polizeidirektion Schwalm-Eder: „Auf eine Genehmigung kommen bis zu zehn Fahrten.“

Damit ein Schwertransport überhaupt auf die Reise gehen darf, müssen zahlreiche Auflagen erfüllt sein. Unter anderem geht es dabei auch darum, Schäden an Straßen so gering wie möglich zu halten. „Ein solcher Lkw belastet die Straße wie 100 000 normale Pkw“, verdeutlicht Junghans das Problem. Nach dem Motto „Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser“, überprüft die Polizei die Einhaltung der behördlichen Vorgaben. „Das ist im Grunde auch eine Serviceleistung für die Kollegen, die den Transport dann nachts begleiten müssen“, sagt der Polizeioberkommissar und verweist auf die Erfahrung des Verkehrsdienstes auf diesem Gebiet.

Wir fragten bei der Kontrolle des Transports am Mittwochnachmittag vor Ort nach den Einzelheiten.

Warum wird eigentlich kontrolliert?

“Es gibt genehmigte Maße und Gewichte. Diesen Auflagenkatalog muss die Spedition einhalten“, erklärt der Dekra-Sachverständige Diplom-Ingenieur Markus Schaffranka. Darüber hinaus gilt es zu prüfen, ob Zugmaschine und Anhänger betriebs- und verkehrssicher sind.

Wie läuft solch eine Kontrolle ab?

Eine Überprüfung ist nicht an jedem Ort möglich. Um bei der sogenannten Verwiegung korrekte Messwerte zu bekommen, benötigt man eine möglichste gerade und ebene Fläche. „Das Gefälle darf nicht mehr als 0,5 Prozent betragen“, so Verwieger Marco Gräf von der Firma STS Schiller. Vor dem Wiegen kommt die Überprüfung des allgemeinen Fahrzeugzustands und der Maße. Zu diesem Zweck wird der Schwertransport mit Messlatte und Bandmaß vermessen.

Wie lange dauert das ganze Procedere?

Mit Verwiegen kann eine Kontrolle schon einmal mehrere Stunden dauern.

Was alles wird dabei gewogen?

Gewogen wird jede einzelne Achse des Gespanns, und zwar zweimal – bei dem Schwertransport am Mittwoch waren es zwölf Achsen. Die Ergebnisse werden dann addiert. Ist das Gesamtgewicht schwerer als das ursprünglich Genehmigte, muss der Schwertransport gewissermaßen abspecken und Teile abbauen, bis es passt. Dann beginnt das gesamte Procedere von vorne. „Mit 200 Kilogramm Differenz kann ich aber leben“, sagt Polizist Junghans. Grundsätzlich werde alles gewogen, was bei der Abfahrt schwerer als 100 Tonnen ist.

Wie stehen die Fahrer eigentlich dazu?

Solche Kontrollen müssten noch viel öfter gemacht werden, zeigt sich Lkw-Fahrer Alexander Lemmen überzeugt: „Ich finde das richtig, weil es der Sicherheit dient.“

Quelle: HNA

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