Erfolg für Ermittlungsgruppe von Polizei und Zoll

Zugriff auf Drogenhändler in Schwalmstadt

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Schwalmstadt. Einen Rauschgifthändler haben Fahnder von Polizei und Zoll am Donnerstagmorgen in Schwalmstadt festgenommen. Der Beschuldigte soll den Handel mit sieben Tonnen der Kaudroge „Khat“ organisiert haben, Wert: mehrere hunderttausend Euro.

Beamte aus Wiesbaden, Frankfurt a.M. und Schwalmstadt ermittelten mehrere Monate, die Staatsanwaltschaft Kassel erließ jetzt Haftbefehl gegen den 29-jährigen Mann. Er ist verdächtig, Lieferungen der Droge aus den Niederlanden über Deutschland nach Dänemark, Norwegen und Schweden organisiert zu haben und soll vorwiegend deutsche Kuriere angeworben haben. Mit Leihwagen wurden sie auf die Reise geschickt, so der Bericht des Zolls.

Bis zur Festnahme stellten die Beamten drei Lieferungen mit 250 Kilogramm und zweimal 450 Kilogramm Khat sicher. Dabei handelt es sich um eine Frischpflanze mit berauschender Wirkung, die aus Afrika stammt und gekaut wird. Khat entfaltet seine Wirkung bei drei- bis 4-stündigem Zerkauen der in Bananenblätter eingewickelten Stängel. Es wird von Konsumenten auch mit Tabak vermischt geraucht oder als Tee getrunken. Das in den Blättern enthaltene Cathin unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz. Der Schwarzmarktwert in den nordischen Ländern soll zwischen 150 und 250 Euro pro Kilogramm liegen. (aqu)

Hintergrund:

Der gefasste Drogenhändler soll im großen Stil mit Khat gehandelt haben, doch was ist das für ein Rauschmittel? Die aus Nordafrika stammende Droge wird im Schwalm-Eder-Keis sehr selten konsumiert, sagte auf HNA-Anfrage Helga Sydes von der Drogenberatungsstelle des Landkreises. „Khat ist eigentlich nur bei Migranten aus Nordafrika populär“, erklärt sie. Europäische Experten seien kaum bewandert mit Khat. In der Beratungseinrichtung spiele Khat keine Rolle, sondern komme allenfalls am Rande zur Sprache, wenn es um andere Drogenkonflikte geht. Ähnlich äußerte sich der Sprecher der Homberger Kripo, Reinhard Giesa. Er schätzt das Rauschmittel in der Region als eine Randerscheinung ein. Giesa: „Bislang haben wir den Stoff erst einmal bei einer Verkehrskontrolle entdeckt.“

Laut Wikipedia ist Kath eine Alltagsdroge etwa im Jemen. Gekaut werden die Blätter des Kathstrauchs wegen ihrer anregenden Wirkung, vergleichbar Koffein. (jon/aqu)

Quelle: HNA

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