Naumburger nach Zeugenhinweisen gestellt

Polizei schnappt Crosser bei Hattenhausen

+
Tummelplatz Hattenhausen: Bis in den Spätsommer hinein war für Quad-Fahrer (links) und die Fahrer von Motocross-Motorrädern das Waldgebiet ein beliebtes Areal. Nachdem die Piloten, die ohne Kennzeichen fuhren und Schäden im Wald anrichteten, ins Visier der Polizei gerieten, mieden sie die Gegend.

Naumburg. Dumm gelaufen: Nachdem die illegalen Motocross-Fahrer einige Wochen das Gelände bei Hattenhausen vor den Toren Naumburgs gemieden hatten, wagten sich am Montag erstmals wieder zwei von ihnen mit ihren Geländemaschinen ins alte Revier und wurden prompt von der Polizei geschnappt.

Nach mehreren Zeugenanrufen hatten die Beamten die beiden Motocrosser (einer mit Geländemotorrad, der andere mit einem Quad) im Wald bei Hattenhausen dingfest gemacht. Beide waren dort zuvor widerrechtlich unterwegs. Bei der Überprüfung der Fahrer – ein 16-jähriger und ein 20-jähriger aus Naumburg – und der Fahrzeuge stellten die Schutzleute darüber hinaus fest, dass der Motorradfahrer seine Maschine ohne Fahrerlaubnis führte. An seiner Maschine hatte er zudem statt eines amtlichen Kennzeichens ein Wettbewerbskennzeichen angebracht.

Ohne amtliches Kennzeichen

Gegen ihn wurden Strafanzeigen wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis sowie wegen des Verdachts des Kennzeichenmissbrauchs vorgelegt und Ermittlungsverfahren eingeleitet. Darüber hinaus wurden gegen die Männer Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen des widerrechtlichen Befahrens des Waldes eingeleitet.

Illegale Crossfahrer sind seit einiger Zeit ein Problem im Naumburger Wald, dem sich neben vielen Bürgern auch die Stadt, das Forstamt und die Jägerschaft ausgesetzt sehen. In den vergangenen Monaten war es dabei mehrfach zu rechtlichen Verstößen gekommen (wir berichteten).

Im Zuge der Ermittlungen hatte die Polizeistation Wolfhagen bereits mehrere Strafverfahren wegen Verstößen gegen das Pflichtversicherungsgesetz, des Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Sachbeschädigung und Beleidigung eingeleitet.

Höhepunkt dieser Entwicklung war eine weitere Strafanzeige wegen versuchten Totschlags. Möglicherweise aus Rache wegen des Einschaltens der Polizei war an einem sieben Meter hohen Jagd-Hochsitz eine der Holzstützen so angesägt worden, dass ein Besteigen mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Absturz der Kanzel geführt hätte.

Polizeioberkommissar Helmut Brand, der die Ermittlungen führt: „Der oder die Täter nahmen bewusst in Kauf, dass dabei Menschen erheblich zu Schaden kommen beziehungsweise hätten getötet werden können. Das hatte eine ganz besondere Qualität, und da hört der Spaß endgültig auf.“

Die intensiven Ermittlungen der Wolfhager Polizei dauern an. „Wir werden auch in Zukunft zu ganz unbestimmten Zeiten vor Ort sein und Präsenz zeigen“, kündigt Dienststellenleiter Volker Pieper an, „weil wir das Ruhe- und Schutzbedürfnis der Bürger ernst nehmen und keinesfalls dulden, dass sich in unseren Waldgebieten rechtsfreie Räume etablieren.“

In diesem Zusammenhang bittet Hauptkommissar Pieper Zeugen, sich bei entsprechenden Beobachtungen umgehend bei der Polizei (05692/98290) zu melden, damit die Beamten sofort reagieren können.

Von Norbert Müller

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare