Verstärkte Kontrollen

Polizei: SMS am Steuer ist so gefährlich wie Alkohol

Schwalm-Eder. Acht Prozent aller Autofahrer nutzen beim Fahren das Handy: Das zeigt eine Studie der TU Braunschweig. Für die Polizei im Schwalm-Eder-Kreis ist das Verhalten nicht neu.

Dirk Daniel

„In Hessen gibt es zwar keine Statistiken dazu, aber es ist in den vergangenen Jahren auffällig mehr geworden“, berichtet Dirk Daniel, Leiter des regionalen Verkehrsdienstes der Polizeidirektion Schwalm-Eder. Besonders gefährlich sei dabei, wenn die Fahrer, während sie am Steuer sitzen, Nachrichten lesen oder gar schreiben. „Wenn man bei einer Geschwindigkeit von 50 Kilometer pro Stunde nur eine Sekunde auf das Handy schaut, fährt man 14 Meter blind“, rechnet Jörg Koch, Geschäftsführer der Kreisverkehrswacht vor. Eine Nachricht zu schreiben dauere wesentlich länger - und könne daher für mehr als hundert Meter dafür sorgen, dass der Autofahrer die Straße aus dem Blick verliert. Vielen Autofahrern sei das jedoch nicht bewusst: „Wenn wir das Thema bei unseren Aktionen ansprechen, gibt es immer Leute, die davon überzeugt sind, dass sie gleichzeitig fahren und das Handy bedienen können“, berichtet Koch.

Viele merken erst bei einem Reaktionstest, wie sehr das Handy sie ablenkt: Während der Fahrt eine Nachricht zu schreiben, sei genauso gefährlich, wie mit 1,1 Promille zu fahren, sagt Mark Vollrath, der die Studie der TU Braunschweig geleitet hat.

Im Schwalm-Eder-Kreis versucht die Polizei laut Daniel, dem Problem mit verstärkten Kontrollen zu begegnen. „Da schauen wir dann explizit danach, ob jemand am Steuer sein Handy benutzt.“

Erwischt die Streife jemanden, gilt das Smartphone in der Hand als Ordnungswidrigkeit. 60 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg erwarten den Fahrer.

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Quelle: HNA

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