Sexting - und Eltern haben keine Ahnung

Polizei warnt: Jugendliche filmen sich nackt für Online-Foren

Gefahr im Internet: Beim so genannten Sexting filmen oder fotografieren sich Jugendliche nackt oder leicht bekleidet und laden die Aufnahmen im Internet hoch. Mit schwerwiegenden Folgen. Bei dem Fot handelt es sich um eine gestellte Szene. Foto: dpa

Schwalm-Eder. Die Schattenseiten sozialer Netze bereiten der Polizei und den Schulen erhebliche Probleme. Neben Cybermobbing tauchen immer mehr Fälle von sogenanntem Sexting auf. Dabei filmen oder fotografieren sich Jugendliche leicht bekleidet oder gar nackt und stellen die Ergebnisse ins Internet.

„Die Eltern sind ahnungslos oder desinteressiert, was ihre Kinder da tun. Die Verantwortung wird abgeschoben an die Schulen“, klagt Polizeisprecher Markus Brettschneider. Er berichtet von einem besonders krassen Fall, bei dem sich eine Elfjährige nackt gefilmt und dabei an sich manipuliert habe. Das Video kursierte schnell auf Handys von Mitschüler und sorgte für erhebliche Aufregung.

„Für viele Jugendliche ist die virtuelle Welt inzwischen wichtiger als die reale“, sagt Olga Neufeld, Schulsozialarbeiterin an der Ziegenhainer Carl-Bantzer-Schule. Es sei angesagt, besonders viele Freunde und „Likes“ zu haben. Die Jugendlichen könnten die Folgen kaum absehen. Das Verschicken von Nacktaufnahmen sei nicht strafbar, das Weitergeben hingegen schon, erklärte Brettschneider.

Für Pädophile seien solche Chat-Foren eine Verlockung. Wenn bei Google die Standorterkennung des Smartphones eingeschaltet sei, könne man potenzielle Opfer leicht orten.

Die Schulen seien immer häufiger mit Fällen von Sexting konfrontiert, berichtet auch Schulsozialarbeiter Michael Schneider von der Christophorusschule in Niederurff.

Auch langfristig kann Sexting gravierende Folgen haben. Einschlägige Filme und Fotos könnten nur schwer oder gar nicht aus dem Internet entfernt werden. Für Arbeitgeber gehöre bei Einstellungen der Blick in Internetforen schon zum Standard.

Die Experten raten Eltern, ihre Kinder mit Smartphones und Internet nicht alleine zu lassen.

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Von Heinz Rohde

Quelle: HNA

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