Melsungerin entdeckte im Internet-Auktionshaus Ebay eine Mitteilung, die ihr Vater vor 42 Jahren schrieb

Eine alte Postkarte kehrt zurück

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Fand Postkarte im Internet: Gaby Stoll mit ihren Mann Claus. Das Bild oben zeigt die Karte, die Stolls Vater 1970 an die für wenige Wochen verreiste Schwiegermutter und seiner Schwägerin schrieb.

Melsungen/Dickershausen. Ein Gruß aus der Vergangenheit ist über viele Umwege nach 42 Jahren wieder bei Gaby Stoll in Melsungen gelandet.

Dank des Internets und Stolls Faible fürs Surfen im Netz, mit dem sich die 55-Jährige Sachbearbeiterin nach ihrem Arbeitstag am Abend gerne entspannt, kehrte eine alte Postkarte zu Familie Stoll zurück.

So war Stoll eines abends im Internetauktionshaus Ebay unterwegs. „Dabei ist mir was Komisches passiert“, erzählt die Sekretärin, die seit 40 Jahren bei der B. Braun Melsungen AG arbeitet. „Ansichtskarten Melsungen“ habe sie eingegeben und dort viele alte Karten entdeckt.

Das habe ihre Neugier geweckt und sie nach Postkarten aus Homberg suchen lassen. Schließlich engte sie die Suche weiter ein auf ihren 232 Einwohner zählenden Geburtsort, den Homberger Ortsteil Dickershausen.

Eine einzige Karte wurde angezeigt. An der Schrift erkannte sie, dass sie von ihrem Vater stammte. Es handelte sich um eine Postkarte an ihre in Dickershausen lebende Oma, die ihre Tochter und Gaby Stolls Tante mütterlicherseits in Remscheid besuchte.

Schwester ersteigerte Karte

„Ich war nicht fähig, etwas zu tun, außer die Karte zu kopieren und meine Schwester anzurufen“, berichtet Gaby Stoll. Die Schwester, angesteckt von der Begeisterung, ersteigerte am nächsten Tag für vier Euro die Karte, die nun wieder im Familienbesitz ist - und alte Erinnerungen weckte. Auch ihr Bruder Harald, der mit seiner Frau in Dickerhausen lebt, war erstaunt. „Ist das nicht unglaublich? Nach 42 Jahren taucht diese Karte bei Ebay auf“, sagt Gaby Stoll, die mit ihrem Mann Claus seit 1993 in Melsungen lebt.

Ihre Oma Käthe, bei den Dickerhäusern früher bekannt als Schneiders Käthe, war die Adressatin der Postkarte. Sie war 1970 zuerst nach Köln zur Schwester gereist und anschließend zu ihrer Tochter Thea und ihrem Mann Horst Bleichert nach Remscheid, die sie jedes Jahr besuchte. Und weil Gaby Stolls Vater Herbert, Reitlehrer und später B. Braun-Mitarbeiter, alles gerne schriftlich machte, schrieb er der Schwiegermutter eine Postkarte während ihres Urlaubs.

Vermutlich habe ein Cousin den Nachlass der Tante aus Remscheid zum Trödler gegeben, eine Marburgerin stellte die Postkarte bei Ebay ein. So landete die Postkarte mit den Motiven aus dem Dickershausen der 70er-Jahre bei Ebay.

Als die Karte verschickt wurde, war Gaby Stoll 13 Jahre alt. Nach Abschluss der Schule begann sie bei B.Braun als Bürogehilfin, saß eine Zeit lang sogar in einem Büro zwischen den Unternehmensgründern Otto und Bernd Braun, erinnert sie sich. Später wechselte sie in die Produktion, ab 1983 wieder ins Büro. Von Injektionsfläschchen bis hin zu den Plascos, den Vorgängern der heutigen Ecoflac-Behälter, habe sie alles mitgemacht, erzählt Gaby Stoll. Jüngst wurde sie für 40-jährige Betriebszugehörigkeit geehrt.

Von Alexandra Lache-Elsen

Quelle: HNA

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